Kurzfilm über Christenverfolgung für Oscar nominiert

München, 20.2.19 (kath.ch) Das katholische Hilfswerk «Kirche in Not» freut sich über die Nominierung des deutsch-kenianischen Kurzfilms «Watu Wote – All of us» für einen Oscar. «Kirche in Not» Deutschland hat die 22-minütige Produktion laut Mitteilung vom Montag finanziell unterstützt. Der Film erzählt von der Rettung christlicher Geiseln vor islamistischer Gewalt durch das Eingreifen von Muslimen.

2016 wurde der Film an der Hamburg Media School als Abschlussarbeit eingereicht und gewann seither mehr als 60 Preise, darunter den Oscar der Filmstudenten. Hinter der erzählten Geschichte steht eine wahre Begebenheit.

Im Dezember 2015 wurde ein Bus in der kleinen Stadt Mandera im Nordosten Kenias im Grenzgebiet zu Somalia von der islamistischen al-Shabaab-Miliz angegriffen. Die Terroristen gingen nach einem bereits früher angewandten Muster vor: Sie forderten die Passagiere auf, christliche Mitreisende zu identifizieren. Diese sollten dann von der Gruppe getrennt und ermordet werden.

Muslimische Passagiere weigerten sich, christliche Mitreisende zu verraten

Bei einem ähnlichen Überfall 2014 gab es ein Massaker mit 28 Toten. Doch diesmal weigerten sich die muslimischen Passagiere, ihre christlichen Mitreisenden zu verraten. So blieben die Christen verschont.

Der 34-jährige Produzent Tobias Rosen war nach Angaben von «Kirche in Not» durch eine Zeitungsnotiz auf die Geschichte aufmerksam geworden. Julia Drache schrieb daraufhin ein Drehbuch. Auf der Suche nach Unterstützern für die Produktion wandte sich Rosen an das Hilfswerk. Als Schauplatz hatte das Filmteam unter Regisseurin Katja Benrath und Kameramann Felix Striegel die kenianische Magadi-Wüste ausgewählt.

Darsteller aus Kenia und Somalia sind Muslime und Christen

Auch die Darsteller stammten aus Kenia und Somalia, heisst es; es seien Muslime und Christen. Viele hätten auch im wirklichen Leben Erfahrungen mit religiöser Gewalt gemacht, so etwa Hauptdarstellerin Adelyne Wairimu. Die Christin verlor bei einem islamistischen Angriff ihren Mann und ein Kind. Die Gemeinschaft der verschiedenen Religionen und Ethnien am Filmset gehörten für Rosen nach eigenen Worten zu den «bewegendsten Erfahrungen». (kna)

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