Schweiz

Kurz vor Eröffnung: Der Paulus-Akademie droht ein Baustopp

Zürich, 16.4.15 (kath.ch) Wenige Monate vor der geplanten Neueröffnung der Paulus-Akademie im Kulturpark in Zürich-West kommt die Hiobsmeldung: Martin Seiz, Initiant des Kulturparks, und seine Immobilienfirma W. Schmid + Co AG, wollen den Kaufvertrag für das Grundstück nicht einhalten und verlangen einen Baustopp. Dies teilt die Bauherrin, die Katholische Kirche im Kanton Zürich, in einer Mitteilung vom 16. April mit.

Nun sei der Umzug der Paulus-Akademie «ernsthaft gefährdet», heisst es in der Mitteilung weiter. Das katholische Bildungsinstitut will ab Herbst alle Veranstaltungen am neuen Ort durchführen, wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Dieses Vorhaben ist nun in Frage gestellt. Derzeit ist es noch im Vorort-Quartier Zürich-Witikon domiziliert.

Wo genau das Problem liegt, ist nicht zu erfahren. Benno Schnüriger, Synodalratspräsident der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, erklärt die aktuelle Situation: «Wir haben einen Kaufvertrag und gingen davon aus, dass dessen Erfüllung eine Formsache ist.» Doch nun wolle die Firma Schmid plötzlich nicht entsprechend handeln. «Sie will uns nicht ins Grundbuch eintragen lassen», so Schnüriger gegenüber kath.ch. Er vermutet, es handle sich um einen «Grundlagenirrtum» seitens der Firma Schmid.

Das Grundstück, auf dem die Paulus-Akademie entsteht, gehört aktuell noch der Firma Schmid. Deshalb hat die Firma formell das Recht, einen Baustopp zu verlangen, wie Schnüriger erklärt. «Bis zum verlangten Baustopp bestand zwischen den Vertragsparteien Konsens, dass das Gebäude erstellt werden darf.

Der Kaufvertrag für das Grundstück, auf dem die Paulus-Akadmie und weitere Institutionen der Erwachsenebildung einziehen werden, wurde im Juni 2011 zwischen der Firma Schmid und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterschrieben, wie die Presseagentur kipa (3. Juni 2011) schrieb. Der Vertrag bezieht sich laut Schnüriger auf ein «Grundstück, das zwar bekannt, aber im Katasterplan noch nicht erfasst» sei.

Synodalrat besteht auf Kaufvertrag

Der Synodalrat nimmt nun Verhandlungen mit der Firma auf und informiert gleichzeitig die Synode. Er besteht auf der Erfüllung des bestehenden Kaufvertrags und will den Neubau wie geplant beziehen, wie es in der Mitteilung heisst.

Bauherrin der Paulus-Akademie ist die Katholische Kirche im Kanton Zürich. Ihr Parlament, die Synode, hat für den Bau insgesamt 17 Millionen Franken bewilligt.

Die Paulus-Akademie plant seit Jahren, ihren Sitz an eine zentralere Lage als am gegenwärtigen Standort im Vorort-Quartier Zürich-Witikon zu verlegen und explizit zur «Stadtakademie» zu werden. In Zürich-West soll nun ein neues Veranstaltungs- und Bildungszentrum entstehen, «wo die Diskussion und die Reflexion über Fragen unserer Zeit gepflegt wird», wie es in einer früheren Mitteilung heisst.

Die Immobilienfirma Schmid und der Kulturpark-Initiant Seiz waren an diesem Donnerstagnachmittag, 16. April, nicht erreichbar. (rp)

 

 

 

Paulus-Akademie im Bau an der Pfingstweidstrasse in Zürich | © 2015 zVg
16. April 2015 | 16:45
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