Eucharistie | © 2014 Sylvia Stam
Vatikan
Eucharistie | © 2014 Sylvia Stam

Kurienbischof Gänswein: Geschiedenen-Debatte zur Kommunion längst entschieden

Rom/Berlin, 22.7.15 (kath.ch) Kurienerzbischof Georg Gänswein sieht den Widerspruch gegen eine Nichtzulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion als veraltet und überholt an. Diese Frage habe Papst Johannes Paul II. entschieden: «Jetzt können wir nicht sein Lehramt ignorieren und die Sachen ändern», so Gänswein. Der deutsche Familienbischof hingegen will mit Fragen, nicht mit Antworten an die Synode reisen.

Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, sagte laut dem Internetportal «Vatican Insider», Johannes Paul II. habe «nach einer langen und engagierten Verhandlung nicht akzeptiert, dass wiederverheiratete Christen zur Eucharistie hinzutreten». Wenn jetzt manche Geistliche «vorschlagen wollen, was nicht möglich ist», folgten sie damit möglicherweise dem Zeitgeist oder dem Beifall der Medien. Alleiniger Massstab dürfe indessen «das Evangelium, der Glaube, die gesunde Lehre, die Tradition» sein, so Gänswein laut dem Bericht, der aus einem Interview des Magazins der Opus-Dei-nahen Internationalen Universität Katalonien mit dem Erzbischof zitiert.

Gänswein spielte mit seiner Äusserung auf einen Vorstoss der oberrheinischen Bischöfe aus dem Jahr 1993 an. Die drei Oberhirten Oskar Saier aus Freiburg, Karl Lehmann aus Mainz und Walter Kasper aus Rottenburg-Stuttgart hatten damals eine Kommunionzulassung für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen und nach eingehender Gewissensprüfung ins Gespräch gebracht. Kardinal Joseph Ratzinger, seinerzeit Präfekt der Glaubenskongregation, war dagegen.

Die Frage nach Ausnahmen stellen

Der deutsche Familienbischof und künftige Berliner Erzbischof Heiner Koch hingegen hat seine Amtsbrüder zu einer unvoreingenommenen Diskussion über eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion aufgerufen. «Ich habe die Frage gestellt, ob es Ausnahmen geben kann zu einer von mir grundsätzlich bejahten Regelung des Glaubens», sagte Koch der Leipziger Internet-Zeitung am Mittwoch, 22. Juli. «Mit dieser Frage fahre ich hin zur Synode, nicht mit einer Antwort. Und ich erwarte, dass auch andere Teilnehmer nicht mit fertigen Antworten in die Synode gehen.» (kap/kna)

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum