Schweiz

«Kommen Sie heil durch die Fastenzeit»

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Seit Ende des 11. Jahrhunderts lassen sich Gläubige an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen. Oder auf die Stirn streuen.

Vera Rüttimann

In der Kathedrale St. Ursen in Solothurn sitzen um 12.15 Uhr gut 50 Personen. Es ist für die meisten eine lange Tradition, hier in der lichtdurchfluteten Kathedrale den Gottesdienst zum Aschermittwoch zu erleben. Sie sehen nun, wie Peter Schmid, Domdekan des Domkapitels, am Altar das Segensgebet über die Asche spricht und es mit Weihwasser besprengt.

Anschliessend lässt er sich von Sakristan René Syfrig Asche auf sein Haupt streuen. Danach beugt dieser sein Haupt vor ihm.

Domdekan Peter Schmid streut Asche auf das Haupt von Sakristan René Syfrig

In Corona-Zeiten, das wissen die Gläubigen seit nun fast einem Jahr, funktioniert Vieles im Gottesdienst etwas anders als gewohnt. Während die Orgel ein Stück spielt, erheben sich die Gläubigen in den Bänken. Still gehen sie nach vorn, treten vor den Priester und den Sakristan und senken ihr Haupt.

Von Staub zu Staub

Die Austeilung des Aschenkreuzes geschieht wortlos und ohne Berührung auf die Stirn. In Gedanken sinnieren sie über den Satz «Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst» nach, den der Priester am Aschermittwoch-Gottesdienst sagt.

Aschermittwoch in der Kathedrale Solothurn

Die Spender des Aschenkreuzes tragen eine Mund-Nase-Maske. Die Kommunikation mit den Augen ist dieses Mal besonders wichtig.

«Als Zeichen unserer Vergänglichkeit», so der Domkaplan zuvor in seiner Predigt, «lassen wir uns zu Beginn der Fastenzeit ein Kreuz auf die Stirn zeichnen». Die Menschen seien von der Erde gekommen und kehrten zur Erde zurück, sagt er weiter.

Peter Schmid, Domdekan

«Wir sollen nicht beten, so dass die Leute sehen, dass wir beten. Wir sollen es tun auf dem Weg zu Christus hin.»

Domkaplan Peter Schmid wünscht den Gottesdienstbesuchern zum Schluss, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes «heil» durch die Fastenzeit kommen.


Aschermittwoch in der Kathedrale Solothurn | © Vera Rüttimann
17. Februar 2021 | 18:14
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