Schweiz

Klosterfilm berührt durch Musik und Menschlichkeit

Zürich, 16.11.15 (kath.ch) Mit der Klostergeschichte «La Passion d’Augustine» startet am 19. November in den Schweizer Kinos ein Film, der sich einer kirchlichen Musikschule in der Umbruchszeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) widmet. Im Mittelpunkt steht Mutter Augustine, die eine Musikschule in Québec leitet und dabei die Herausforderungen der Zeit meistern muss.

Charles Martig

Passion bedeutet Leidenschaft und Leiden. Im Kloster-Drama der Schweizer Regisseurin Léa Pool geht es um beides. Mutter Augustine leitet eine Klosterschule im Kanada der 1960er-Jahre. Sie lebt ihre Leidenschaft für die Musik mit ihrer Ordensgemeinschaft und ihren begabten Schülerinnen. Doch die Schule ist von den gesellschaftlichen Umbrüchen bedroht.

Kloster und Musik-Schule ist bedroht

Der Staat möchte die Klosterschulen aufheben, der Orden hat immer weniger Geld und im Vatikan findet das Zweite Vatikanische Konzil statt, das viele Veränderungen bringt. In dieses spannungsreiche Leben tritt die Nichte von Mutter Augustine, Alice, die eine aussergewöhnliche Begabung mitbringt und das Leben der Äbtissin von Grund auf verändert.

In einem Interview mit dem Deutschschweizer E-Magazin «Medientipp» (10. November) sagt Pool: «Die Geschichte würde ohne Musik nicht funktionieren. Sie spielt in einer Zeit in Québec, die man die stille Revolution nannte. Québec ging in Richtung Modernität, die Religion war zuvor überall. Noch bis Ende der 50er-Jahre wurden alle Schulen durch die römisch-katholische Kirche geführt. Die Regierung fing Anfang der 60er an, nach und nach die Kontrolle zu übernehmen und das Bildungssystem komplett neu auszurichten. Für die Nonnen in dieser kleinen, ländlichen Gemeinschaft ist es schwer zu akzeptieren, dass sich ihr Leben grundlegend ändert.»

Interview und Ticketverlosung im Medientipp

Anregend und berührend erzählt Pool von den Umbrüchen, die sich tief in das Leben der Nonnen einprägen. Sie ist sowohl an der Geschichtsschreibung als auch an den Emotionen und biografischen Veränderungen der weiblichen Hauptfiguren interessiert. Dabei  überzeugt vor allem die schauspielerische Leistung von Céline Bonnier als Ordensfrau und Musiklehrerin. «Für sie war die Musik und das hohe künstlerische Ansehen der Schule immer sehr wichtig. Ich finde es interessant, dieses Kapitel von Québecs Geschichte anhand dieser kleinen Gemeinschaft zu erzählen», meint die Regisseurin im Interview.

Das ausführliche Interview mit Léa Pool ist im Medientipp erschienen und gibt Einblick in die Entstehung des Films «La Passion d’Augustine». Der Medientipp verlost zum Start des Films in den Schweizer Kinos fünf mal zwei Tickets. (cm)

www.medientipp.ch

 

 

 

Szene aus "La passion d'Augustine" | © 2015 Filmcoopi
16. November 2015 | 11:34
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