Ankunft syrischer Kriegsflüchtlinge auf dem Flughafen Fiumicino in Rom.  | © kna
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Ankunft syrischer Kriegsflüchtlinge auf dem Flughafen Fiumicino in Rom. | © kna

Katholiken in Italien machen Vorschläge für Migrationspolitik

Rom, 9.2.18 (kath.ch) Mit sieben Vorschlägen für eine neue Migrations- und Flüchtlingspolitik haben sich mitten im italienischen Wahlkampf mehrere katholische Organisationen zu Wort gemeldet. Auf der Agenda stehen etwa eine Reform der Einbürgerungsgesetze, verschiedene legale Einreisewege, mehr dezentrale Verteilung sowie politische Beteiligung von Migranten. Gedacht sind die am Donnerstag vorgestellten Punkte vor allem als Anfrage an die Kandidaten für die Parlamentswahlen in Italien am 4. März.

«Wir sind sehr, sehr besorgt um den sozialen Zusammenhalt in unserem Land», warnte Virginio Colmegno, von der Stiftung «Casa della Carità». Es gelte, legitime Ängste auf allen Seiten ernst zu nehmen, gleichzeitig müsse man das «Wir-gegen-die»-Gefühl bekämpfen. Gegen die derzeitige Hetze und falsche Darstellungen im aktuellen Wahlkampf gelte es, besonnen und fundiert zu argumentieren und miteinander zu sprechen.

Einbürgerung reformieren

In Italien lebten viele De-facto-Italiener, denen aber Staatsangehörigkeit und politische Beteiligung verwehrt blieben. Matteo Truffelli von der Katholischen Aktion Italiens erinnerte dabei an das Prinzip «No taxation without representation». Eine Reform des Einbürgerungsrechts sei überfällig. Zudem sei die politisch motivierte Unterscheidung zwischen Asylsuchenden und «Wirtschaftsflüchtlingen» schwierig und «wirkungslos».

Einreise öffnen

Seit Jahren geschlossene reguläre Einreisemöglichkeiten müssten wieder geöffnet werden, forderte Daniela Pompei von Sant’Egidio. Das mindere die gefährliche illegale Einreise sowie illegale Aufenthalte mit ihren gravierenden Folgen. «Humanitäre Korridore, die wir erfolgreich praktizieren, sind nur ein Beispiel», so Pompei. Auch müssten irreguläre Einwanderer ihren Status leichter klären können. Dazu gebe es Modelle in Spanien und Deutschland. Schliesslich könne die Politik und andere von den vielen guten – aber auch negativen – Erfahrungen, die man seit Jahren in der eigenen Arbeit gemacht habe, profitieren. Europaweite Vernetzung war ein weiteres Stichwort.

Papst als Motivator

Das Evangelium und die Appelle des Papstes seien der Hintergrund, vor dem sie ihre Vorschläge ausbreiten, betonten mehrere Vertreter der insgesamt 19 katholischen Orden sowie Organisationen wie Caritas oder Pax Christi. Insgesamt gehe es auch nicht nur um Einwanderung «Wir fragen: Wie soll Italien in zehn bis 20 Jahren aussehen – verschlossen, rückwärtsgewandt, ideenlos oder offen und die Zukunft kreativ gestaltend?», erklärte Truffelli von der Katholischen Aktion. (cic)

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