Ausland

Katholiken-Forum kritisiert «synodalen Weg»

Die Ortskirche habe bei Fragen wie Zölibat oder Gleichstellung nichts zu sagen, kritisiert das Forum Deutscher Katholiken in Deutschland.

Zugleich dankt die konservative Initiative der Bischofskongregation im Vatikan für den kritischen Brief an Kardinal Reinhard Marx. Darin werde deutlich, dass der Reformdebatte in Deutschland «ein falsches Kirchenverständnis zugrunde liegt», heisst es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung von Hubert Gindert, dem Vorsitzenden des Forums.

Christus statt Demokratie

Der Vatikan habe zurecht interveniert, so Gindert weiter, denn der «synodale Weg» beruhe auf dem «irrigen Verständnis, die Kirche sei eine quasidemokratische Institution, aber nicht die Stiftung Jesu Christi, in der sein Wort und die Lehre seiner Kirche gelten». Ausserdem werde nicht beachtet, dass einige der Hauptforderungen nicht in der Kompetenz der Ortskirche lägen, sondern die Weltkirche beträfen. Das betreffe etwa Fragen nach dem Zölibat, nach dem Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern oder nach Änderungen in der kirchlichen Sexualmoral.

«Penetranter Versuch, Missbräuche zu instrumentalisieren»

Dagegen fehlten auf der Agenda «die eigentlichen Probleme der deutschen Ortskirche, der Glaubensverlust und die Notwendigkeit von Evangelisierung und Katechese». Weiter hiesst es in der Erklärung des Forums wörtlich: «Der penetrante Versuch, die sexuellen Missbrauchsfälle zu instrumentalisieren, um eine ‘andere Kirche’ zu schaffen, ist demaskiert.»

Umkehr statt Reform

Deutschland brauche keine «zweite Reformation», sondern die Umkehr zu Gott und zur Lehre der Kirche. Das Forum dankte darüber hinaus «den Bischöfen, insbesondere Erzbischof Woelki und Bischof Voderholzer, dass sie in dieser schwierigen Situation immer wieder den Glauben der Kirche in Erinnerung rufen». Woelki und Voderholzer hatten einen Gegenentwurf zum «synodalen Weg» vorbereitet, der stärker auf Neuevangelisierung und Vertiefung des Glaubens setzt. Dieser Entwurf war von der grossen Mehrheit der Bischofskonferenz abgelehnt worden.

Am Samstag hatten führende Vertreter der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) nach einem Treffen in Fulda betont, sie wollten trotz der Kritik aus dem Vatikan an ihrem Reformweg festhalten.

Das Forum Deutscher Katholiken versteht sich als ein lockerer Zusammenschluss «papst- und kirchentreuer» Katholiken. Gegründet wurde das Forum 2000 in Fulda; seinen Sitz hat es im oberbayerischen Kaufering. (kna)

Aktivistinnen der Initiative "Maria 2.0" demonstrieren für Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche nach der Bischofsweihe von Christian Würtz in Freiburg. | © KNA
15. September 2019 | 12:26
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