Ausland

Kardinal Napier: Afrikaner als Papst brächte Vorteil für Kirche

Nach Ansicht von Kardinal Wilfrid Fox Napier (78) aus Durban wäre die katholische Kirche mit einem afrikanischen Papst gut für die Zukunft gerüstet. Ein Afrikaner an der Spitze des Vatikan könnte ähnlich wie Papst Franziskus gezielt auf die Probleme von Entwicklungsländern eingehen.

Bereits jetzt gebe es im Vatikan mit den Kurienkardinälen Robert Sarah oder Peter Turkson «herausragende Beispiele für afrikanische christliche Führungskräfte», sagte der Erzbischof im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Kapstadt.

«Merkmal von afrikanischer Kultur ist die hohe Stellung der Familie.»

Einen Vorteil hätte ein afrikanischer Papst etwa in Familienfragen, meint Napier: «Ein Merkmal von afrikanischer Kultur und Lebensweise ist die hohe Stellung der Familie.» Zudem seien afrikanische Geistliche von einer Vielzahl an Nationalitäten evangelisiert worden, darunter Deutschen, Iren, Briten und Italienern. «Wir haben viel von diesen Kulturen gelernt», so Napier.

Auch brächte ein afrikanischer Papst nach seiner Einschätzung Verständnis für die Probleme in Entwicklungsländern mit. «Im Westen kann man heute so gut wie alles haben. Irgendeine komplizierte Krankheit? Ein Doktor dafür ist schnell gefunden. Die Menschen haben das Gefühl dafür verloren, dass ihr Leben von Gott abhängt – ganz anders als in Afrika», so Napier.

Afrikanischer Papst würde zunächst auf Widerstand stossen

Zugleich schätzt der Erzbischof von Durban, dass ein Papst aus Afrika zunächst auf Widerstand stossen würde. «Was gerade mit Papst Franziskus passiert, ist ein Hinweis auf das, was passieren würde», sagte Napier mit Blick auf die Opposition aus konservativen katholischen Kreisen. «Dieselbe Reaktion gäbe es etwa auch auf einen asiatischen Papst. Wenn wir etwas nicht kennen, fühlen wir uns zu einem gewissen Grad bedroht.» (kna)

Kardinal Wilfrid Fox Napier, Erzbischof von Durban (Südafrika) | © KNA
16. Oktober 2019 | 15:03
Teilen Sie diesen Artikel!