Am Polit-Talk der ICZ, v.l.: die Politiker Daniel Jositsch und Luzi Stamm, Moderator Jonas Projer, Doris Fiala. | zVg
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Am Polit-Talk der ICZ, v.l.: die Politiker Daniel Jositsch und Luzi Stamm, Moderator Jonas Projer, Doris Fiala. | zVg

Jüdische Gemeinde in Zürich sieht Konsens beim Thema Sicherheit

Zürich, 11.6.18 (kath.ch) Der Staat muss die Sicherheit jüdischer Einrichtungen garantieren. Für diese Auffassung gebe es einen Konsens in der Politik, sagte der Geschäftsführer der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), Frédéric Weil, im Nachgang zu einer Gesprächsrunde, an der Politiker unterschiedlicher Parteien teilnahmen. Der Anlass in Zürich lief unter dem Titel «Religion ohne Freiheit? Sicherheit ohne Staat?».

Barbara Ludwig

Am Polit-Talk, der am Sonntag in den Räumlichkeiten der ICZ stattfand, nahmen die Nationalräte Balthasar Glättli (Grüne, ZH), Doris Fiala (FDP, ZH), Luzi Stamm (SVP, AG), der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch (SP) sowie Valentin Abgottspon, Vizepräsident der Freidenker-Vereinigung der Schweiz, teil. Es seien keine neuen politischen Vorstösse zum Thema «Sicherheit jüdischer Einrichtungen» angekündigt worden, sagte Frédéric Weil, Geschäftsführer der ICZ, am Montag auf Anfrage.

Man stelle aber fest, dass alle Parteien gewillt seien, «einvernehmliche Lösungen» zu finden, was die Sicherheit jüdischer Institutionen betrifft. Unterschiede gebe es nur bei marginalen Aspekten. «Wir beobachten einen Grundtenor in der Politik: Alle sind der Auffassung, dass es eine Staatsaufgabe ist, die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zu garantieren», sagte Weil.

«Die Politiker betrieben keine Parteipolitik»

Er sei sehr zufrieden über den Verlauf des Polit-Talks, den die ICZ gemeinsam mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) organisierte. Das Ziel sei gewesen, eine kontroverse Debatte zu verschiedenen Themen zu führen, so Weil. «Die wurde geführt. Die Politiker betrieben keine Parteipolitik, sondern äusserten ihre persönliche Meinung.»

Zürcher Juden besonders interessiert am Polit-Talk

Rund 270 Personen besuchten laut Weil die öffentliche Veranstaltung, vorwiegend ICZ-Mitglieder, aber auch einzelne Mitglieder der Jüdischen Liberalen Gemeinde (JLG) in Zürich. Zudem gab es geladene Gäste, etwa Benno Schnüriger, der noch bis Ende Juni den Synodalrat der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich präsidiert.

Die Sicherheit von Minderheiten, insbesondere von jüdischen Einrichtungen, beschäftigt die Öffentlichkeit seit einiger Zeit verstärkt. Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch lancierte dazu zwei Vorstösse im eidgenössischen Parlament. Einer davon wurde im März von beiden Räten angenommen.


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