Schweiz

Jublaversum – «Auch das ist katholische Kirche»

Luzern, 26.9.16 (kath.ch) Letztes Wochenende fand in Bern das Jublaversum statt. War die Kirche präsent? Wenn ja, wo und wie? Auf diese Frage nimmt in einem Gastkommentar Valentin Beck, Bundespräses Jungwacht Blauring Schweiz, Stellung.

Valentin Beck

Über 100 Ateliers gestalteten das Rahmenprogramm vom Jublaversum. 15 davon wurden von Präsides mitinitiiert. Ihr Ziel: Die implizite Wertevermittlung spielerisch ins Geschehen einzubetten. So gestalteten Ateliers zu Themen wie Solidarität, Gerechtigkeit, Friedensförderung, Vertrauen, Heilige als Vorbilder oder Bewahrung der Schöpfung das Jublaversum aktiv mit. Auch Aktivitäten von weiteren kirchlichen Akteuren sorgten für Stimmung auf dem Platz. Die Caritas und Fastenopfer vermittelten den Kindern Tipps zum nachhaltigen Umgang mit unserer Natur.

Doch war der Jubla-Grundsatz «Glauben leben» auch ganz explizit präsent: Der besinnliche Moment fand grossen Anklang. Zusammen mit Bischof Markus Büchel ordneten Kinder und Jugendliche ihre gelebten Jubla-Werte verschiedenen Farben zu. Den entstandenen Ballon-Regenbogen liessen sie anschliessend gemeinsam über die Bühne steigen und sangen dazu das Lied «Mini Farb ond dini» mit aktualisierten Strophen über Gerechtigkeit und Toleranz. Der Segen von Bischof Markus rundete den Programmpunkt ab. Bischof Markus Büchel postete nach diesem Event auf seinem Facebook-Profil: «Auch das ist Katholische Kirche».

Der Zirkuspfarrer Adrian Bolzern brachte unter Mitwirkung der Bischöfe Markus und Marian sowie der Schweizergarde einzelne Rituale mit konkreten Lebensfragen in Verbindung. Die Heilige Messe sollte im kleinen und dafür explizit liturgischen Rahmen gefeiert werden. Dass die Eucharistiefeier für viele Jugendliche kein Hauptbedürfnis darstellt, ist kein Jubla-Spezifikum, sondern ein europaweites gesellschaftliches Phänomen. Gerade auch deshalb wurden Werte und Glauben am Jublaversum ins Gesamtprogramm integriert.

Einmal mehr wurde deutlich: Die Jubla lebt die Kirche im Konkreten. Im Miteinander, in ihren Werten, in ihrer Vielfalt. Tischrituale, Gespräche über Gott und die Welt, gemeinsames Singen am Lagerfeuer, Pfarreianlässe mitgestalten und vieles mehr – in der Jubla werden Glauben und Spiritualität auf eine für Kinder und Jugendliche zugängliche Art vermittelt und gemeinsam gefeiert. In diesem Anliegen begleiten Präsides die Jubla-Scharen durchs ganze Jahr hindurch und stellen die Verbindung zur Kirche vor Ort her. Dass die christlichen Werte den Jubla-Alltag prägen, zeigte auch die Stimmung vor Ort. 10`000 Kinder und Jugendliche, die gemeinsam in Frieden und Einklang ein Wochenende voller Lebensfreu(n)de verbringen; zahlreiche Ehrenamtliche, die ein grossartiges Fest für Kinder auf die Beine stellen. – Das ist «Jubla», das sind gelebte christliche Werte. (ft)

«Farbiges» Jublaversum | © Jubla Schweiz
26. September 2016 | 18:37
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