Botschafter der Gerechtigkeit: Ai Weiwei und Joan Baez | © 2015 zVg
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Botschafter der Gerechtigkeit: Ai Weiwei und Joan Baez | © 2015 zVg

Joan Baez und Ai Weiwei sind Amnesty-Botschafter des Gewissens

London, 24.3.15 (kath.ch) Die US-Folkmusikerin Joan Baez (73) und der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei (57) werden von Amnesty International als «Botschafter des Gewissens» ausgezeichnet. Die Verleihung findet am 21. Mai in Berlin statt, wie die Menschenrechtsorganisation am Dienstag, 24. März, in London mitteilte.

Geehrt werden nach Angaben vom Amnesty «einzigartige Menschen, die mit ihrem Talent und Engagement viele, viele andere angespornt haben, Ungerechtigkeit persönlich zu nehmen». Joan Baez und Ai Weiwei seien «eine Inspiration für Tausende Menschenrechtsaktivisten in Amerika, Asien und darüber hinaus», so Generalsekretär Salil Shetty.

Joan Baez: Einatz für Bürger- und Menschenrechte

Die Organisation erinnert an den 50. Jahrestag des Auftritts von Joan Baez beim Bürgerrechtsmarsch von Selma nach Montgomery im US-Bundesstaat Alabama. Sie sang dort gemeinsam mit anderen Künstlern wie Harry Belafonte, Sammy Davis Jr. oder Peter, Paul & Mary.

Baez widmete den Grossteil ihres Lebens dem Einsatz für Bürger- und Menschenrechte. Sie nahm an den Bürgerrechtsmärschen von Martin Luther King teil, setzte sich gegen Todesstrafe und Folter ein und unterstützte Kampagnen für Homosexuellen-Rechte.

Ai Weiwei: Kritik an chinesischer Regierung

Der Künstler Ai Weiwei gehört zu den prominenten Kritikern der chinesischen Regierungspolitik. 2010 wurde er festgenommen und von Sicherheitsbeamten geschlagen, kurz bevor er zur Verteidigung des Umweltaktivisten Tan Zuoren aussagen sollte. Gemeinsam mit diesem hatte er die Namen Tausender Kinder dokumentiert, die während des Erdbebens 2008 in Sichuan gestorben waren. 2011 sass Ai Weiwei knapp drei Monate ohne Anklage im Gefängnis. Bis heute wird er überwacht und darf China nicht verlassen.

Amnesty-Direktor Shetty: «Durch seine Werke erinnert uns Ai Weiwei daran, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung geschützt werden muss – nicht nur um der Gesellschaft willen, sondern auch für die Kunst und die Menschlichkeit.» (kna)

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