Adolfo Nicolas Pachon, derzeit noch Generaloberer der Jesuiten | © 2008 Grentidez, Wikimedia Commons
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Adolfo Nicolas Pachon, derzeit noch Generaloberer der Jesuiten | © 2008 Grentidez, Wikimedia Commons

Jesuiten wählen einen neuen Generaloberen

Rom, 23.9.16 (kath.ch) Der grösste Männerorden der katholischen Kirche steht vor einem Führungswechsel: Die Jesuiten bekommen einen neuen Generaloberen. Gewählt wird er von der sogenannten Generalkongregation, die vom 2. Oktober an in Rom zusammentritt. Erstmals in der fast 500-jährigen Geschichte des Ordens findet diese Wahl unter einem Papst statt, der selbst Jesuit ist.

Der amtierende Ordensgeneral, der Spanier Adolfo Nicolas Pachon (80), hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt, 2016 sein Amt niederlegen zu wollen. Nicolas’ Vorgänger, der Niederländer Peter Hans Kolvenbach, war 2008 als erster Generaloberer freiwillig zurückgetreten. Die Statuten sehen eine Wahl auf Lebenszeit vor. In Anspielung auf seine einstige Machtfülle und sein Gewand wurde der Generalobere der Jesuiten früher auch «schwarzer Papst» genannt.

Der Jesuitenorden wurde 1534 vom heiligen Ignatius von Loyola gegründet und zählt heute knapp 16’400 Mitglieder weltweit. Rund 11’800 sind Priester. Wie bei anderen Orden auch, ist die Zahl der Mitglieder in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Vor 50 Jahren, 1966, gab es noch 36’000 Jesuiten, also doppelt so viele wie heute.

250 Delegierte aus aller Welt

Zur Wahl eines Nachfolgers für Nicolas reisen 215 Delegierte aus allen Kontinenten nach Rom. Die grösste Gruppe kommt aus Indien, gefolgt von den US-Amerikanern.  Aus der Schweiz wird Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten, an der Wahl und der Generalkongregation teilnehmen. Alle der bislang 30 Generaloberen der Jesuiten stammten aus Europa; die letzten Amtsinhaber verfügten aber über eine langjährige Erfahrung aus anderen Kontinenten. Ein festes Datum für die Wahl gibt es nicht.

Die 36. Generalkongregation tagt in der Ordenszentrale unweit des Vatikan. Eröffnet wird das Treffen am 2. Oktober mit einem Gottesdienst in der römischen Jesuiten-Kirche Il Gesu. Dort ist der Ordensgründer Ignatius von Loyola bestattet.

Jesuiten sind keine Mönche

Jesuiten sind keine Mönche, sie führen kein Klosterleben und tragen keine Ordenskleidung. Neben den für Ordensleute üblichen drei Gelübden zu Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam verpflichten sie sich in einem vierten Gelübde zu besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst. Zudem legen sie ein Zusatzversprechen ab, nicht nach kirchlichen Ämtern zu streben. (cic)

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