Schweiz

Internationaler Kongress: Bern im Kirchenmusikfieber

Bern, 21.10.15 (kath.ch) In Bern beginnt am Mittwoch, 21. Oktober, der V. Internationale Kongress für Kirchenmusik. Der fünftägige Grossanlass bietet in einem wissenschaftlichen Teil Referate, Podiengespräche und Workshops an. Über Musik wird aber nicht nur geredet, sie wird auch aufgeführt in täglichen Laudes, mittäglichen Orgelmeditationen und zahlreichen Konzerten. Insgesamt wirken rund 600 Personen – Musiker und Referenten – mit, sagte Bettina Uhlmann von der Geschäftsstelle des Kongresses, auf Anfrage gegenüber kath.ch. Für den wissenschaftlichen Teil haben sich rund 120 Personen angemeldet.

Zu jeder Zeit habe es Diskussionen darüber gegeben, was nun angemessene Kirchenmusik sei, heisst es im Programm. Gleichzeitig habe sich die geistliche Musik von ihrer religiös-institutionellen Bindung emanzipiert: «Religiös konnotierte musikalische Erlebnisse finden auch im Konzertsaal statt und Komponisten und Komponistinnen verarbeiten in ihren Werken ‘religiöse’ Themen jenseits von konfessionellen Bindungen.» Mit solchen Fragen und weiteren Aspekten will sich der Kongress in Referaten und Workshops befassen.

Der Kongress wird am Mittwochabend, 21. Oktober, mit einem Festvortrag des Schweizer Schriftstellers Thomas Hürlimann eröffnet. Die folgenden drei Tage starten jeweils mit einer Laudes um acht Uhr früh in insgesamt acht Kirchen. Nach Referaten und Podiengesprächen findet mittags eine Andacht mit Orgelmusik in einer Kirche statt. Auf die Workshops am Nachmittag folgen musikalische Vespern und Konzerte.

Uraufführungen und Beteiligung der jungen Generation

Auf dem Programm stehen nebst zahlreichen anderen Konzerten fünf Uraufführungen von Schweizer Komponisten, unter anderem vom Berner Münsterorganist Daniel Glaus und vom Genfer Komponist Xavier Dayer. Uraufgeführt werden ebenfalls Kompositionen von Studierenden der Hochschule der Künste Bern im Rahmen eines Nachtkonzerts in der Kirche St. Peter und Paul. Die Studierenden haben die Messetexte des Sprachkünstlers und Komponisten Alfred Wälchli vertont. Die junge Generation ist zudem mit den Regensburger Domspatzen, einem der ältesten Knabenchöre der Welt, und den Chören des Gymnasiums Neufeld in Bern und der Universität Bern vertreten.

Bundesrat Berset und zwei Bischöfe im Patronat

Der Kongress ist ein ökumenischer Anlass. So nehmen im Patronat nebst weiteren Kirchenvertretern Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Markus Büchel, katholischer Bischof von St. Gallen und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, sowie der christkatholische Bischof Harald Rein Einsitz. Die Politik ist mit Bundesrat Alain Berset vertreten.

Der Kongress endet am Sonntag, 25. Oktober, mit einem ökumenischen Schlussgottesdienst im Berner Münster. Für die Organisation des Grossanlasses ist unter anderem der Verein V. Internationaler Kongress für Kirchenmusik Bern verantwortlich. (bal)

Mehr Informationen und Programm

 

 

 

 

 

 

 

Chor des Gymnasium Neufeld in Bern | © Pressebild/zVg
21. Oktober 2015 | 14:40
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