Simone Maurer | ©  Reto Schlatter
Schweiz
Simone Maurer | © Reto Schlatter

Initiantin des Flüchtlings-Projekts «Mini Decki» bekommt Frauenpreis

Wettingen AG, 20.9.19 (kath.ch) Vor bald vier Jahren hat Simone Maurer das Projekt «Mini Decki» gestartet. Seither sind nach Angaben der Aargauerin geschätzte 17’000 bis 18’000 Decken an Flüchtlingskinder in der Schweiz verteilt worden.  Nun würdigt der Aargauische Katholische Frauenbund das Engagement der Familienfrau.

Barbara Ludwig

Am 25. Oktober erhält Simone Maurer aus Rütihof-Baden den Frauenpreis des Aargauischen Katholischen Frauenbundes (AKF), wie dieser am Mittwoch mitteilte. Gestartet hat Maurer das Projekt «Mini Decki» im Dezember 2014. Seither seien geschätzte 17000 bis 18000 Decken an Flüchtlingskinder in der Schweiz verteilt worden, sagte die 41-Jährige auf Anfrage.

Auch Nähen in der Gruppe

Die Decken sind aus Stoff und werden von Freiwilligen genäht. «Seit dem Beginn des Projekts haben über 1000 Personen aus der ganzen Schweiz Decken hergestellt», schätzt Simone Maurer. Meist seien es Frauen, darunter viele Einzelpersonen. Es komme aber auch vor, dass sich Frauen aus Kirchgemeinden oder Landfrauen treffen, um gemeinsam Decken zu nähen. Was es auch gibt: Schulkinder, die im Rahmen des Fachs «Textiles Werken» Decken herstellen.

Der Grossteil der fertigen Decken wird an Simone Maurer geliefert. Zunächst war die Abgabestelle ihr Zuhause. Unterdessen hat sie aber einen Raum gemietet, der als Abgabestelle dient. Daneben gebe es zwei, drei weitere Personen in der Schweiz, die Decken entgegennehmen, sagt die Familienfrau.

Unterstützung durch Freiwillige

Maurer wird von zwei ehrenamtlich tätigen Frauen unterstützt, die ihr bei der Administration und dem Versand der Labels an die Näherinnen helfen. «Auf jede Decke wird das Label genäht», erklärt die Aargauerin. Das sind der Schriftzug «mini Decki» und ein Stern in weiss auf rotem Hintergrund.

Von der Abgabestelle gelangen die Decken per Post an ihren Bestimmungsort. «In erster Linie sind dies die kantonalen Durchgangszentren für Flüchtlinge in der ganzen Schweiz», sagt Maurer. Wenn es viele Decken sind, wird ein Transport per Auto organisiert. Auch diese Arbeit wird laut Maurer von Freiwilligen übernommen.

«Ich sah, dass Frauen mit kleinen Kindern ihre Heimat verliessen.»

Auslöser des Projekts waren Berichte und Bilder über Menschen auf der Flucht. «Ich sah, dass nicht nur starke Männer ihre Heimat verliessen, sondern auch Frauen mit kleinen Kindern», erzählt Simone Maurer, selber Mutter von drei Kindern. Das habe sie berührt. Ihr jüngstes Kind war damals, im Jahr 2014, zwei Jahre alt. «Hier in der Schweiz sterben wir schon vor Angst, wenn unser Kind keinen Helm trägt. Wie gross muss also die Not dieser Familien sein, wenn sie sich zur Flucht entschliessen!»

Eine Decke, die Schutz gibt

Simone Maurer, die Mitglied einer Freikirche ist, wollte helfen. «Es sollte etwas Persönliches sein», erklärt die Hausfrau. Deshalb das Logo «mini decki». Maurer wollte auch «keine ausrangierten Dinge, keinen Abfall». Eine Decke wäre auch für sie wichtig, wenn sie als Mutter nichts mehr für ihr Kind hätte. «Damit kann man es am Abend zudecken. Ihm Schutz geben.»

20’000 Franken Preisgeld

Die Preisverleihung findet am 25. Oktober in Rütihof-Baden statt. Der AKF-Frauenpreis wird dieses Jahr zum 22. Mal verliehen. Die Auszeichnung gehe jeweils an Einzelpersonen oder Institutionen, die sich ganz besonders für das Wohl von Frauen und Kindern engagieren, heisst es in der Mitteilung der Organisation. Die Preissumme beträgt 20’000 Franken.

 

 

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