Vatikan

Hochrangige Delegation aus Politik, Armee und Kirche an Garde-Vereidigung

Rom, 28.4.18 (kath.ch Im Vatikan werden am 6. Mai 33 neue Schweizergardisten vereidigt. Zur Zeremonie im Innenhof des Apostolischen Palastes reist eine hochrangige Delegation aus der Schweiz mit Nationalratspräsident Dominique de Buman und dem Präsidenten der Schweizerischen Bischofskonferenz, Bischof Charles Morerod, an. Erwartet wird auch der Schweizer Botschafter beim Heiligen Stuhl, Pierre-Yves Fux, wie das Gardekommando am Freitag mitteilte.

Die Rekruten, die teils schon im vergangenen Juni in die Garde eintraten, stammen aus 13 verschiedenen Kantonen. 24 legen ihren Eid auf Deutsch ab, neun auf Französisch. Als Vertreter des Papstes wohnen dem feierlichen Schwur auf die Gardefahne Paolo Borgia vom vatikanischen Staatssekretariat und Erzbischof Georg Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Hauses teil.

Höchster Schweizer bei Vereidigung anwesend

In diesem Jahr wird die Schweiz nicht durch einen Bundesrat, sondern durch den aktuellen Nationaratspräsidenten, den Freiburger CVP-Politiker Dominique de Buman, und damit den höchsten Schweizer vertreten sein. Von Seiten der Schweizer Armee nimmt der Luzerner Divisionär Daniel Keller, verantwortlich für die höhere Kaderausbildung, vertreten sein. Von der Schweizerischen Bischofskonferenz wird deren Präsident Bischof Charles Morerod anwesend sein.

Für den diesjährigen Gastkanton Luzern nimmt eine Delegation unter Leitung von Regierungsrat Guido Graf teil. Aus dem Kanton Luzern stammten bisher 24 von insgesamt 35 Gradekommandanten. Auch der aktuelle Kommandant Oberst Christoph Graf ist Luzerner.

Eröffnet werden die Feierlichkeiten am Vorabend mit einem Abendgebet und einer Kranzniederlegung zu Ehren gefallener Gardisten. Das Datum der jährlichen Vereidigung erinnert an die Plünderung Roms durch die Landsknechte Kaiser Karls V., den sogenannten Sacco di Roma am 6. Mai 1527. Damals starben 147 Soldaten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. (1523-1534).

Garde auch bei Papstbesuch in Genf anwesend

Die Schweizergarde hat eine Sollstärke von 110 Mann und ist für den Personenschutz des Papstes sowie für die Kontrolle der Eingänge des Vatikan zuständig. Die Bewachung des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, wo Franziskus residiert, teilt sich die Schweizergarde mit der vatikanischen Gendarmerie. Die meisten Rekruten verpflichten sich heute für eine zweijährige Dienstzeit.

Die Schweizergarde schützt den Papst und den Vatikan seit 1506. Die speziell ausgebildeten Leibwachen begleiten den Papst auch auf seinen Auslandsreisen, so auch am 21. Juni in die Schweiz nach Genf. (cic)

Die 40 zu vereidigenden Gardisten 2017 | © Oliver Sittel
28. April 2018 | 09:57
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