Kanzel in einer katholischen Kirche im Thurgau | © 2008 Barbara Ludwig
Schweiz
Kanzel in einer katholischen Kirche im Thurgau | © 2008 Barbara Ludwig

«Habt keine Angst vor der Reformation!» – Was reformierte Pfarrer auf katholischen Kanzeln predigen würden

Zürich, 27.2.15 (kath.ch) Das Newsportal ref.ch (26. Februar) hat reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer gefragt, was sie auf einer katholischen Kanzel predigen würden. Zur Umfrage angeregt hat ein ökumenisches Experiment in Norddeutschland, bei dem katholische Bischöfe und evangelische Bischöfe und Kirchenpräsidenten die Kanzel tauschen.

Caroline Schröder Field würde gerne über Maria predigen. Die Haltung der Reformatoren zu Maria sei «wesentlich wertschätzender» gewesen als oft angenommen, stellt die Pfarrerin am Basler Münster fest. Zudem seien die ersten drei Lieder im reformierten Gesangbuch Dichtungen zum Magnifikat.

Niklaus Peter, Pfarrer am Zürcher Fraumünster, würde gerne Matthäus 16 (18-19) auslegen und «in evangelischer Freiheit» etwas über dieses Wortspiel vom Felsen des ja nicht immer so felsenfest überzeugten Petrus und von den Schlüsseln des Himmelreiches sagen können.

Lukas Stuck, Pfarrer in Zofingen AG, würde auf einer katholischen Kanzel «nichts anderes» als auf einer reformierten predigen. Er empfiehlt allen Kirchen, während der Fastenzeit einmal auf grosse Worte wie Barmherzigkeit und Gnade zu verzichten.

Frank Lorenz von der Offenen Kirche Elisabethen in Basel ruft die Katholiken dazu auf: «Habt keine Angst vor der Reformation!» Mit Reformation meine er aber «eure eigenen Veränderungsprozesse», stellt der Pfarrer der ökumenischen Citykirche klar. «Habt Vertrauen in sie, habt Vertrauen in die Geistkraft, die in ihnen weht», so sein Appell.

Mitleiden mit den Katholiken

Lorenz versichert, er leide gemeinsam mit den Katholiken «unter der Rückwärtsgewandtheit und dem Dominanzgehabe mancher religiösen Funktionäre». Wenn zeitgebundene Traditionen oder Lebensformen als sakrosankt erklärt würden und Widerspruch dagegen zu Sanktionen führe, «dann hat da jemand etwas falsch verstanden», so der Pfarrer offenbar mit Blick auf die Affäre Bürglen. (bal)

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