Gründer der Befreiungstheologie gibt Pressekonferenz im Vatikan

Rom, 5.5.15 (kath.ch) Im Vatikan tritt erstmals einer der Gründerväter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie in einer offiziellen Pressekonferenz auf. Wie der Vatikan am Dienstag, 5. Mai, mitteilte, ist der peruanische Priester und Theologe Gustavo Gutierrez (86) am Dienstag einer von vier Rednern zur Vorstellung der 20. Generalversammlung von Caritas Internationalis im vatikanischen Presseamt.

Mit seinem 1971 erstmals veröffentlichten Buch «Theologie der Befreiung» hatte Gutierrez der Bewegung ihren Namen gegeben. Die Befreiungstheologie, die sich besonders für die Belange der Armen einsetzt, stand lange im Visier der vatikanischen Glaubenskongregation, vor allem unter ihrem damaligen Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger. Rom warf Teilen der Bewegung eine Übernahme marxistischer Modelle vor. Zahlreiche Theologen und Priester wurden deswegen vom Vatikan gemassregelt.

Nie im Konflikt mit Rom

Gutierrez selbst geriet nie in Konflikt mit Rom. Papst Franziskus war im September 2013 nach einer Morgenmesse im Vatikan mit dem peruanischen Theologen zusammengetroffen. Gutierrez ist ein persönlicher Freund von Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dem Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation, mit dem er zuletzt gemeinsam ein Buch veröffentlichte.

Gutierrez ist einer der Gastredner der Generalversammlung von Caritas Internationalis, der vatikanischen Dachorganisation der nationalen Caritasverbände. Im Mittelpunkt des am Dienstag beginnenden Treffens stehen der Klimawandel und die wachsende soziale Ungleichheit. (cic)

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