Sommerlager von Jungwacht Blauring | © Jubla
Schweiz
Sommerlager von Jungwacht Blauring | © Jubla

Geld für Jugend+Sport: Positives Signal aus dem Ständerat

Bern, 2.6.15 (kath.ch) Der Ständerat hat am Montag, 1. Juni, zwei Vorstösse überwiesen, die die Kürzungen bei der Finanzierung von «Jugend+Sport»-Lagern (J+S) rückgängig machen wollen. «Das ist positiv, dass sich der Ständerat gegen diese Hauruck-Kürzungsübung ausspricht», findet Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV). Doch dieser Schritt sei nur ein Signal, der Entscheid falle nächste Woche.

Regula Pfeifer

Der Ständerat hat eine Motion und ein Postulat überwiesen, die beide den Bundesrat auffordern, seine Kürzungspolitik gegenüber den Jugendverbänden zu überarbeiten. Die Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur kritisiert die reduzierten Beiträge für J+S und die damit verbundene Planungsunsicherheit für Jugend- und Sportveranstaltungen und beauftragt den Bundesrat, die jährlichen Mittel für «Jugend und Sport» (J+S) zu erhöhen. Die aktuell gültigen Beitragstarife sollten auch künftig gewährt werden. Das Postulat von CVP-Ständerat Konrad Graber (Luzern) verlangt vom Bundesrat, die Beitragskürzungen rückgängig zu machen und in einem Bericht aufzuzeigen, ob Kürzungen nötig sind und was sie für Auswirkungen hätten.

Graber: «Unnötig am Erfolgsmodel herumlaboriert»

Graber argumentierte in der Ständeratssitzung vom 1. Juni, Bewegung stelle ein «sehr wichtiger Faktor für die Gesundheitsprävention» dar. Ausserdem sorge J+S für sozialen Ausgleich. Die Beiträge ermöglichten Kindern und Jugendlichen aus allen Bevölkerungsschichten einen einfachen Zugang zum Sport. Hier werde völlig unnötig an einem Erfolgsmodell herumlaboriert, kritisierte er die Kürzungsbestrebungen. Tatsächlich hatte das Bundesamt für Sport die Kürzungen mit der zunehmenden Beteiligung an den J+S-Lagern und -Kursen und dem vom Parlament vorgegebenen Budget begründet.

Die Vorstösse seien zwar positiv, doch nur ein Signal, erklärte Andreas Tschöpe, Geschäftsleiter der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), gegenüber kath.ch. Der definitive Entscheid über die Bundesgelder für J+S im laufenden Jahr werden National- und Ständerat in der Budgetdebatte der nächsten Woche fällen. Wie es in den kommenden Jahren mit Bundesunterstützung für J+S weitergeht, wird die Herbstsession zeigen.

Die Jugendverbände kontaktieren Politiker

Die Situation bleibt bis nächste Woche unklar. Laut Tschöpe hat sich die Finanzkommission des Ständerats positiv zum Anliegen der Jugendverbände geäussert, die Finanzkommission des Nationalrats hingegen nicht. Da gebe es noch zu tun, meint Tschöpe. Die SAJV ist über ihr Netzwerk, den an der SAJV beteiligten Jugendverbänden, mit verschiedenen National-und Ständeräten im Gespräch, so Tschöpe. In der SAJV sind rund 65 Jugendorganisationen vertreten, unter anderem die Jubla, die Cevi Schweiz, die Pfadibewegung Schweiz, der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen sowie die Jungschar der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Am 10. März hatte das Bundesamt für Sport (BASPO) die Jugendverbände über eine Beitragskürzung informiert, die per 1. August in Kraft tritt. Ab dann will das bundeseigene Förderprogramm Jugend+Sport statt der bisher 7.60 Franken pro Kind und Lagertag nur noch 5.70 Franken leisten. Die Kürzung um einen Viertel sei «einschneidend», kritisierten die Verbände darauf und prangerten auch die kurzfristige Information an.

Die Lager werden dennoch durchgeführt

Von den Kürzungen direkt betroffen wären laut SAJV rund 300 Lager mit über 9300 Kindern. Doch vorläufig bekämen dies die Kinder kaum zu spüren. «Wir haben von Anfang an entschieden, die Lager nicht ins Wasser fallen zu lassen», sagt Tschöpe. Die Jugendverbände hätten Verpflichtungen gegenüber den Kindern und Eltern, erklärt er. Deswegen hätten sie beschlossen, die Lager auf alle Fälle durchzuführen und die durch allfällige Kürzungen entstehenden Mehrkosten selber zu tragen. Geld sei «nicht in Unmengen» da, und die Einschränkungen seien «schmerzlich». Doch es reiche für das laufende Jahr, so Tschöpe. Er betont: «Wir kämpfen mit allen Mitteln für eine gesicherte Finanzierung in den folgenden Jahren.» (rp)

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