Kofi Annan am Klimagipfel 2015 in Paris. | © KNA
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Kofi Annan am Klimagipfel 2015 in Paris. | © KNA

Friedensnobelpreisträger Kofi Annan mit 80 Jahren gestorben

Bern/Genf, 18.8.18 (kath.ch) Kofi Annan, früherer Uno-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger, ist tot. Er starb nach kurzer Krankheit am Samstag im Alter von 80 Jahren, wie seine Familie über Twitter mitteilte.  Im Oktober 2001 erhielt Annan für seinen Einsatz den Friedensnobelpreis.

Von 1997 bis Dezember 2006 leitete der gelernte Volks- und Betriebswirt Annan aus Ghana das Uno-Hauptquartier in New Yorker. In seine Amtszeit als oberster UN-Diplomat fielen die Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA, die Kriege in Afghanistan, im Irak und im Sudan sowie viele weitere lokale Konflikte in Afrika, Zentralasien und dem Nahen Osten. Die angestrebte Reform der Vereinten Nationen blieb in Ansätzen stecken.

«Freitag» erlebte auch grosses Versagen der Uno

Der Häuptlingssohn aus Ghana wurde am 8. April 1938 in Kumasi an der Goldküste geboren. In der Sprache seines Fante-Stamms im Westen Ghanas bedeutet Kofi «Freitag». Rund ein halbes Jahrhundert stand Annan im Dienst der Vereinten Nationen. Seit 1962 führten ihn seine Tätigkeiten unter anderem nach Addis Abeba, Kairo und Genf.

Die irakische Besetzung Kuwaits 1990 und die Massaker an Zivilisten im Bosnien-Konflikt waren diplomatische Feuertaufen für das höchste Amt als UN-Friedenswahrer. 1994 erlebte er als mitzuständiger UN-Diplomat beim Völkermord in Ostafrika seine bitterste Stunde. Das Versagen der Vereinten Nationen in Ruanda nahm er auch persönlich auf seine Kappe. 2007 trat er vom Amt des Generalsekretärs zurück.

Gründungsmitglied der «Global Elders»

Seine Auszeichnungen und Ehrungen sind unzählbar. Darunter finden sich zwei Dutzend Ehrendoktortitel von vier Kontinenten, der Sacharow-Preis des EU-Parlaments (2003), der Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen (2002) sowie zahlreiche Menschenrechts- und Friedenspreise. Die englische Königin Elizabeth II. schlug ihn 2007 ehrenhalber zum Ritter.

Annan war Gründungsmitglied der «Global Elders», einer Gruppe von Persönlichkeiten mit dem Ziel, zur Bewältigung globaler Krisen beizutragen. Er war Gründer und Präsident des Global Humanitarian Forum mit Sitz in Genf. Von März bis August 2012 als Vermittler im Syrien-Krieg war er Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für den Syrien-Konflikt.

Bis zuletzt ein gefragter Redner

Bis zuletzt war Annan ein gefragter Redner und Troubleshooter. In einem Interview Anfang 2018 äussserte er sich besorgt über neue globale Fragen wie den Verfall der demokratischen Diskussionskultur durch die Sozialen Medien, den Vormarsch von künstlicher Intelligenz und digitaler Überwachung sowie Bedrohungen des Multilateralismus. Noch Ende 2017 hatte er sich mit Papst Franziskus im Vatikan getroffen.

Mit Trauer hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf den Tod seines Amtsvorgängers Kofi Annan reagiert. «Kofi Annan war eine führende Kraft für das Gute», hiess es in einem Schreiben von Guterres kurz nach Bekanntwerden der Todesnachricht am Samstag. Auch der Bundesrat hat mit grossem Bedauern vom Hinschied von Kofi Annan Kenntnis genommen. Er würdigt den Verstorbenen in einer Mitteilung als grossen Staatsmann und Diplomaten, der einen grossen Teil seines Lebens den Vereinten Nationen gewidmet hat, wo er sich mit Mut und Klugheit für eine friedliche und gerechte Welt eingesetzt hat.

Kofi Annan ist am Samstag laut Mitteilung seiner Stiftung nach kurzer Krankheit in einem Krankenhaus in Bern im Alter von 80 Jahren gestorben, heisst es auf «Zeit online». Seine Frau Nane und die Kinder Ama, Kojo und Nina haben laut der Twittermeldung der Familie die letzten Tage an seiner Seite verbracht. (kna/ms)

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