Papst Franziskus begegnet einer Frau im Rollstuhl | © Oliver Sittel
Vatikan
Papst Franziskus begegnet einer Frau im Rollstuhl | © Oliver Sittel

Franziskus gegen elitäre Abwendung von der Volkskirche

Rom, 29.1.2015 (kath.ch) Papst Franziskus hat vor einem Elitedenken kirchlicher Kreise gewarnt. Wer den Glauben privatisiere und andere Gläubige ausschließe, folge nicht dem Weg Jesu, sagte er am Donnerstag bei seiner Morgenmesse in Santa Marta.

Jesus habe das ganze Gottesvolk retten wollen und ihnen Kriterien an die Hand gegeben, «um nicht den falschen Modellen zu folgen», so der Papst. Eines dieser falschen Modelle sei es, «das Heil zu privatisieren».

Katholiken müssten sich stets fragen, ob sie die leitenden Prinzipien Glaube, Liebe und Hoffnung mit allen in der Kirche teilten, oder nur das eigene Heil suchten. «Das ist ein ganz großer Fehler», betonte Franziskus. Kirchliche Eliten dürfe es nach seinen Worten nicht geben. «Wenn sich im Volk Gottes solche Grüppchen bilden, dann denken sie, gute Christen zu sein, haben vielleicht sogar guten Willen, aber es sind Grüppchen, die das Heil privatisiert haben», so der Papst.

Auch in der Schweiz gibt es diese Diskussion. Insbesondere Kreise um den Generalvikar des Bistums Chur, Martin Grichting, probieren schon seit längerem die katholische Kirche von der landeskirchlich und demokratisch strukturierten Volkskirche wieder auf eine kleinere Kirche wirklich Überzeugter zurückzuführen und die Christen, die in ihren Augen «nur» als Kirchensteuerzahler noch in der Kirche sind, auszusortieren. Dagegen halten die Organe der Landeskirche am Charakter einer Volkskirche fest. (cic/dsw)

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