Arabische Touristen am Vierwaldstättersee  | © Vera Rüttimann
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Arabische Touristen am Vierwaldstättersee | © Vera Rüttimann

Forscher beobachten zunehmende «Islamophobie ohne Muslime»

Leipzig, 24.1.19 (kath.ch) In einer am Donnerstag erschienenen Sonderveröffentlichung des Leibniz-Wissenschaftcampus «Eastern Europe – Global Area» stellt Herausgeber und Soziologe Alexander Yendell fest, dass «dort die Islamfeindlichkeit besonders hoch ist, wo kaum oder sogar gar keine Muslime leben.»

Erschreckend sei zudem, welche Ausmasse Islamfeindlichkeit annehme, so Yendell: «Beispielsweise tragen in Polen rechtskonservative Klerikale massiv zur Islamfeindlichkeit bei, und in Tschechien werden selbst in Schlagersongs Muslime abgewertet.»

Insgesamt stellt die Publikation «Islamophobie in Osteuropa verstehen und erklären» fest, dass Islamfeindlichkeit in Osteuropa zunimmt und es Parallelen zu Westeuropa gibt. Die Muster der Islamfeindlichkeit auf individueller Ebene seien in Osteuropa nicht anders als in Westeuropa.

Abwertung durch Gefühl der Bedrohung

Yendell erläuterte: «Insbesondere Bedrohungsgefühle, wenn Menschen sich materiell beziehungsweise ökonomisch und auch physisch durch Zuwanderer bedroht fühlen, stehen in Zusammenhang mit der Abwertung von Muslimen.» Aber auch eine symbolische Bedrohung spiele eine Rolle, «wenn Menschen glauben, dass ihre Kultur durch Zuwanderung in Gefahr ist».

Darüber hinaus gehe es noch um «Ethnozentrismus» bei Menschen, die meinen, «dass man nur richtig russisch, polnisch oder ungarisch sein kann, wenn man auch Vorfahren aus dem Land hat». (kna)

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