Bernard Litzler, Alain de Raemy, Aline Bachofner und Emmanuel Tagnard (v.li.)  | © Bernhard Hallet cath.ch
Schweiz
Bernard Litzler, Alain de Raemy, Aline Bachofner und Emmanuel Tagnard (v.li.) | © Bernhard Hallet cath.ch

Fernsehbeitrag «Faut pas croire» gewinnt «Good News»-Preis

Lausanne, 28.6.18 (kath.ch) In der Westschweiz gibt es ihn noch: Den «Good News»-Preis. Gewonnen haben ihn Emmanuel Tagnard und Aline Bachofner von der Westschweizer Fernsehsendung «RTSreligion». Der Preis für ihren Beitrag «Faut pas croire» über Lotti Latrous wurde ihnen vom Medienbischof Alain de Raemy überreicht. Latrous engagiert sich für Benachteiligte an der Elfenbeinküste.

Bernard Litzler, Direktor von Cath-info, lobte den preisgekrönten Beitrag über die aussergewöhnliche Persönlichkeit von Lotti Latrous. Diese widmete ihr ganzes Leben dem Dienst benachteiligter Kinder in den Slums von Abidjan, an der Elfenbeinküste. Die Internetnutzerinnen und -nutzer, welche auf cath.ch abgestimmt haben, haben diese Fernsehsendung mit 75,6 Prozent der Stimmen gewählt.

Den Ärmsten helfen

Lotti Latrous widmete ihr Leben den Benachteiligten. Als Ehefrau eines Nestlé-Direktors hatte sie einige Jahre lang das luxuriöse Leben von Expats gekostet. Sie lebte mit ihrer Familie an der Elfenbeinküste und entdeckte die Realität der Slums von Abidjan. Statt passiv zu bleiben, gründete sie 1999 ihr eigenes Ambulatoium, um den Ärmsten zu helfen. Als ihr Mann nach Kairo versetzt wurde, blieb sie mit seiner Zustimmung an der Elfenbeinküste. Lotti Latrous vertraute der Preisgewinnerin Aline Bachofner an: «Ich traf Gott in Afrika. Im Gebet einer Rebellin. Im Vertrauen Gottes herrscht Freude, was uns erlaubt, voranzukommen.»

Medienbischof Alain de Raemy wagte den Vergleich mit Niklaus von Flüe, der seine Familie verliess, um sich Gott und dem Dienst für die Nächsten zu widmen. De Raemy zitierte dabei Papst Franziskus, der am 21. Juni 2018 in Genf sagte, dass Christen ein «offenes Herz» haben müssten.

Spirituelles Engagement

Emmanuel Tagnard, Produzent dieser Fernsehsendung, sagte, dass es ihn berühre, in der heutigen Welt doch noch «Good News» (Gute Nachrichten) bringen zu können. Dafür noch belohnt zu werden, sei eine starke Ermutigung, so Tagnard. Viele der Menschen im Film seien inzwischen verstorben, was aber die Hoffnungsbotschaft nicht tilge. Für Aline Bachofner sei es eine sehr bereichernde Erfahrung gewesen, ein so starkes Engagement mit spirituellen Wurzeln erleben zu dürfen. Dieser Preis belohne auch die Arbeit des ganzen Fernsehteams.

Der Preis «Good News»

Anlässlich des Mediensonntags zeichnet der «Good News»-Preis Personen, Institutionen oder Projekte aus, die einen besonderen Beitrag zur Verbreitung der guten Nachricht geleistet haben. Den Gewinner wählen die Internetnutzer und -nutzerinnen.

In der Deutschschweiz gab es den «Good News-Preis» bis 2015, wie Charles Martig, Direktor des Katholischen Medienzentrums, sagt. «Bei diesem Preis stellt sich die Frage nach Aufwand und Ertrag. Dieses Verhältnis stimmt aus meiner Sicht nicht», so Martig. «Deshalb haben wir den Good News Preis zum letzten Mal im Jahr 2015 verliehen und seitdem auf eine Ausschreibung verzichtet.»

Der Good News Preis ist aus seiner Sicht nur wirkungsvoll, wenn er auf einer nationalen Plattform vergeben wird. Nur so habe er eine gewisse Ausstrahlung und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.  «Zum letzten Mal fand dies im Jahr 2012 statt, als der katholische Medienpreis und die Good-News-Preise aus der Romandie und der Deutschschweiz in Olten von der Schweizerischen Bischofskonferenz vergeben wurden.» Seitdem die Preisverleihung in die Sprachregionen verlagert wurde, habe der Preis an Bedeutung verloren, so Martig. (cath/mp/Übersetzung ns)

Weitere Informationen über den Good-News-Preis unter https://www.kath.ch/good-news-preis/.

 

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