Schweiz

«Ein Osterfest, das zu Herzen geht»

Christen in aller Welt feiern das Osterfest. Der Basler Bischof Felix Gmür spricht von Ostern «zwischen Furcht und Freude. Aber die Freude überwiegt.»

Wegen der Corona-Pandemie fallen dieses Jahr öffentlich gefeierte Gottesdienste aus. Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür, feierte die Osternacht am Samstagabend in der Kathedrale in Solothurn.

«Wie die beiden Marien»

Der Bischof von Basel sprach von einem «Osterfest, das zu Herzen geht. Denn wir sind wie die beiden Marien im Matthäus-Evangelium zwischen Furcht und Freude. Aber die Freude überwiegt.»

Gmür erinnerte an die Menschen, die unter der Corona-Pandemie leiden. Die Fürbitten richteten sich auch an die Menschen in den Spitälern.

Trauer und Hoffnung

Gmür sagte, er sei am Karsamstag auf einem Friedhof gewesen: «Da ist ein Grabstein, aber da ist auch eine Blume. Da ist ein toter Leib – aber auch eine Kerze. Da ist die Trauer – aber da ist eben auch die Hoffnung.»

«Den Frauen ist Jesus als erstes erschienen.»

Der Bischof von Basel erinnerte an die Rolle der Frauen an Ostern – sie kommen im Evangelium besser weg als die Jünger, die sich von Jesus abwenden. «Die Frauen waren unter dem Kreuz. Die Frauen waren am Grab. Den Frauen ist er als erstes erschienen», sagte Gmür. Aber Jesus stehe «nicht nur zu den Frauen, er steht auch zu den Jüngern. Er nennt sie Brüder. Jesus steht auch zu uns.» Die Messe wurde von «Radio Maria» übertragen.

Papst im leeren Petersdom

Im praktisch menschenleeren Petersdom hat Papst Franziskus am Samstagabend die Auferstehung Christi gefeiert. «Habt keine Angst, fürchtet euch nicht – das ist die Botschaft der Hoffnung. Sie gilt uns, heute. Es sind die Worte, die Gott uns in der Nacht, die wir gerade erleben, wiederholt», sagte Franziskus.

Eine zentrale Rolle spielte wie schon bei den Feiern der Karwoche ein mittelalterliches Kruzifix aus der römischen Kirche San Marcello, das seit dem Pestjahr 1522 besonders verehrt wird. Franziskus liess es angesichts der Corona-Krise in den Vatikan bringen. (kath.ch/cic)

Bischof Felix Gmür | © zVg/Alexandra Wey
12. April 2020 | 00:03
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