Gläubige in der «Misa en alemán» | © zVg
Schweiz
Gläubige in der «Misa en alemán» | © zVg

Die «Misa en alemán» gewinnt Wettbewerb des Liturgischen Instituts

Zürich/Freiburg, 3.2.18 (kath.ch) Seit fünf Jahren feiern Katholiken aus Spanien und Lateinamerika in der Kapelle der Spanischen Mission in Zürich regelmässig Gottesdienste in deutscher Sprache. Nun hat das Projekt «Misa en alemán» (Messe auf Deutsch) einen Good-Practice-Wettbewerb gewonnen. Mit diesem wollte das Liturgische Institut Katholiken aus der Schweiz und der ganzen Welt Mut machen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Tagung, die am 29. und 30. Januar in Zürich stattfand, haben das Projekt der Spanischen Mission im Kanton Zürich prämiert, heisst es im Februar-Newsletter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz. Insgesamt seien fünf Projekte präsentiert worden, obschon sich noch einige mehr am Wettbewerb beteiligt hätten, sagte Gunda Brüske, Co-Leiterin des Instituts, am Samstag auf Anfrage.

Impuls für Integration kam aus der Mission

Beim Projekt «Mis en alemán» habe man gespürt, dass aus der Mission heraus der Impuls entstanden sei, sich in die hiesige Kirche zu integrieren, und «nicht aufgrund einer Forderung von aussen», sagte Brüske weiter.

Die Spanische Mission in Zürich sei eine der grössten Missionen, heisst es einer Projektdokumentation. Ihre Mitglieder stammen aus Spanien sowie aus Süd- und Mittelamerika. Die für die Mission zuständigen Claretinerpatres haben laut der Dokumentation im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Missionsmitglieder selten an Veranstaltungen und Gottesdiensten in Schweizer Pfarreien teilnehmen. Grund: Die spanischsprachigen Gläubigen hätten Angst, sich «wegen mangelnder Deutschkenntnisse zu blamieren».

Projekt verbindet Generationen

Mit dem Projekt «Misa en alemán» wollte man den Missionsmitgliedern diese Angst nehmen. Seit fünf Jahren wird in der Kapelle der Mission an jedem zweiten Mittwoch im Monat ein Gottesdienst in deutscher Sprache gefeiert. Auch Jugendliche beteiligen sich an diesen Gottesdiensten, etwa indem sie die Lesungen übernehmen. «Es handelt sich hier um ein Projekt, das auch die Generationen verbindet», sagte Brüske. Laut der Dokumentation hat sich die Messe in deutscher Sprache fest als Angebot etabliert.

Als Sieger im Good-Practice-Wettbewerb erhält das Projekt der Spanischen Mission nun ein Preisgeld in der Höhe von 500 Franken. Mit dem im vergangenen Herbst lancierten Wettbewerb wollte das Liturgische Institut Katholiken aus der Schweiz und der ganzen Welt Mut machen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Gemeinsam singen

An der Tagung in Zürich wurden vier weitere Projekte vorgestellt, die einheimische und zugewanderte Katholiken zusammenbringen. In der Zürcher Pfarrei St. Anton zum Beispiel feiert man seit mindestens elf Jahren zusammen mit der englischsprachigen Mission Zürich die Osternacht. Die Texte und Lieder werden entweder auf Deutsch oder auf Englisch gelesen und gesungen, wie aus der Projektdokumentation hervorgeht.

Im Kanton Aargau taten sich der Tamilische Chor und der Marienchor, bei aus Olten, zusammen. Gemeinsam verantworteten sie die musikalische Gestaltung eines Adventgottesdienstes im Jahre 2016. Das Programm umfasste Advents- und Weihnachtslieder aus aller Welt, darunter auch zwei Lieder in tamilischer Sprache, heisst es im Projektbeschrieb.

Ein Pfarrer und Kaplan verbindet Sprachgemeinschaften

In Zug feiert die Pfarrei Gut Hirt seit einigen Jahren zusammen mit der englischsprachigen katholischen Gemeinde, der «Good Shepherd’s Catholic Church», den Gottesdienst von Gründonnerstag. Die beiden Gemeinschaften sind laut dem Projektbeschrieb strukturell miteinander verbunden. Urs Steiner ist sowohl Pfarrer der Gut Hirt-Pfarrei als auch Kaplan für die englischsprachigen Katholiken im Kanton Zug.

Herz Jesu-Spiritualität

In Zürich-Wiedikon führt eine zweisprachige Herz Jesu-Feier Gläubige aus verschiedenen Ländern zusammen. Jeden ersten Freitag im Monat organisieren dort die Pfarrei Herz Jesu und die polnischsprachige Mission für die Kantone Zürich und Glarus den Herz Jesu-Freitag. Auch hier sind die Verbindungen zwischen Pfarrei und Mission strukturell. So sei der Leiter der Polenmission in der Pfarrei zu 50 Prozent als Vikar angestellt, heisst es im Projektbeschrieb. (bal)


Good-Practice-Wettbewerb: Wer macht den besten Gottesdienst?

 

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