Sternsingerkinder in Olten | © zVg
Schweiz
Sternsingerkinder in Olten | © zVg

Die ganze Welt will den Sohn Gottes beehren

Zürich/Freiburg, 6.1.17 (kath.ch) Am 6. Januar feiert die katholische Kirche das Fest der Heiligen Drei Könige. Das Matthäus-Evangelium berichtet je nach Übersetzung von Weisen, Magiern oder Astrologen aus dem Osten, die einer Sternenkonstellation folgten. Über Jerusalem kamen sie nach Bethlehem, um den neugeborenen «König der Juden» zu suchen.

Im Liturgischen Kalender der katholischen Kirche trägt der 6. Januar den griechischen Namen Epiphanie, «Erscheinung des Herrn», und wird seit dem 4. Jahrhundert gefeiert. In der Bibel steht nichts davon, wieviele Magier die Krippe in Bethlehem besucht haben sollen. Der Volksglauben machte aus den Magiern Könige verschiedener Erdteile und legte ihre Zahl in Anbindung an die Zahl der Geschenke auf drei fest. Der Verfasser der biblischen Geschichte zum Dreikönigsfest wollte so darauf hinweisen, dass von Anfang an nicht nur Juden, sondern auch «Heiden», Menschen aus der ganzen damals bekannten Welt Jesus als Sohn Gottes verehrten.

Seit dem 6. Jahrhundert werden die Namen der drei Weisen mit Caspar, Melchior und Balthasar angegeben. In der Kunst wird zumeist Caspar als Myrrhe schenkender Afrikaner, Melchior als Goldschätze überreichender Europäer und Balthasar als asiatischer König gezeigt, der Weihrauch zur Krippe bringt. Der rund um den Dreikönigstag vielerorts von Gruppen über Haustüren angebrachte Segensspruch «20 C+M+B 17» ist mehrdeutig. Er kann – die Zahlen zeigen das aktuelle Jahr – als die Initialen von Caspar, Melchior und Balthasar gelesen werden oder  steht als Kürzel für den Segensspruch «Christus segne dieses Haus», lateinisch «Christus Mansionem Benedicat».

Nach einer Legende wurden die Gebeine der drei Könige zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen die sterblichen Überreste nach Mailand gelangt sein. Der Kölner Erzbischof und Reichskanzler von Kaiser Barbarossa, Rainald von Dassel, überführte die Gebeine 1164 als Kriegsbeute nach Köln. Der von Nikolaus von Verdun Anfang des 13. Jahrhunderts geschaffene und im Kölner Dom aufbewahrte Schrein gehört zu den wichtigsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters. Die Heiligen Drei Könige werden als Schutzpatrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner verehrt.

Das Internationale katholische Missionswerk der Schweiz, Missio, bietet auf dieses Fest hin mit der Sternsingeraktion Materialien für Kinder, die Anfang Januar als Könige und Sternsinger verkleidet durch die Strassen ziehen und dabei auch Spenden für konkrete Projekte sammeln. Ein überaus beliebtes Brauchtum ist der «Dreikönigs-Kuchen». (kna/ms)

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