Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum (l.), Mohammed bin Zayed Al Nahyan (m.), Kronprinz der Vereinigten Arabischen Emirate, neben Papst Franziskus, der sich in ein Buch einträgt | © KNA
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Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum (l.), Mohammed bin Zayed Al Nahyan (m.), Kronprinz der Vereinigten Arabischen Emirate, neben Papst Franziskus, der sich in ein Buch einträgt | © KNA

Der Papstbesuch stärke den Religionsdialog, sagt der Emirate-Aussenminister

Abu Dhabi, 11.2.19 (kath.ch) Papst Franziskus hat durch seinen jüngsten Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) «ein neues Kapitel in der Geschichte der interreligiösen Beziehungen» aufgeschlagen: Das hat der Aussenminister des Golfstaates, Scheich Abdullah Bin Zayed Al Nahyan, beim derzeit tagenden «World Government Summit» in Dubai betont.

Insbesondere das Treffen des Papstes mit dem Grossimam der Al-Azhar-Universität, Ahmad Mohammad al-Tayyeb, hob Abdullah hervor. Der Scheich war dem Papst beim Besuch in Abu Dhabi in der vergangenen Woche begegnet sowie bereits im Juni 2018 im Vatikan.

Schlussdokument wird an Schulen gelehrt

Breite Unterstützung versprach der Aussenminister für das von Franziskus und al-Tayyeb unterzeichnete Schlussdokument über «Die Brüderlichkeit aller Menschen»: Es werde künftig an Schulen und Universitäten Teil der Ausbildung sein, wobei die internationale Zayed-Stiftung Initiativen zur Umsetzung der im Dokument genannten Ziele finanziell unterstützen werde. Lehrer sollten eine Ausbildung erhalten um «Botschafter des Friedens» zu werden und Spannungen gewaltfrei abzubauen.

Religionen nicht Grund für Konflikte

Wie Abdullah hervorhob, seien die Religionen nicht der eigentliche Grund für viele der aktuellen Konflikte. Keine Religion rufe zu Hass und Gewalt auf; es komme aber oft vor, dass Extremisten ihre Gewalt und den Extremismus durch die Berufung auf den religiösen Glauben begründen wollten. Gegen diese «Verzerrung» sowie für die Freiheit von Rasse, Hautfarbe und Religion gelte es einzutreten und von den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Erst so sei langfristiger Friede möglich.

Abschlussmesse als «starke Absichtserklärung

Der Aussenminister erinnerte an die rund 180’000 Menschen, die am Dienstag der Vorwoche zur Abschlussmesse mit Papst Franziskus nach Abu Dhabi gekommen waren. Deren Anwesenheit sei eine «starke Absichtserklärung» gewesen.

Erst recht werde auch der Papstbesuch als eine «Botschaft von den Emiraten und von den Führern der Religionen sowie der nationalen und zivilen Verantwortungsträger an die Welt» angesehen. Saudi-Arabien bezeichnete der Scheich als Modell für die Verbindung von Religion und wirtschaftlichem Wachstum.

Videobotschaft des Papstes an Welt-Regierungsgipfel

Papst Franziskus hatte zuvor eine Videobotschaft an den «World Government Summit» gerichtet, der am Sonntag gestartet ist und noch bis Dienstag andauert. Das seit 2013 jährlich stattfindende Treffen von Politikern, Wirtschafts- und Technologie-Experten in Dubai befasst sich mit politischen, sozialen und technologischen Zukunftsfragen.

4000 Teilnehmer aus dem öffentlichen wie privaten Sektor aus 140 Staaten nehmen heuer daran teil. Im Vorjahr war das Treffen mit einer Videobotschaft von Ex-US-Präsident Barack Obama eröffnet worden. Bei der diesjährigen Botschaft mahnte der Papst zu Solidarität und Dialog: Wirtschaftliche Entwicklung sei ohne diese beiden nie nachhaltig. (kap)

 

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