Martin Mark in einer Rede zur Diplomfeier | © Roberto Conciatori
Schweiz
Martin Mark in einer Rede zur Diplomfeier | © Roberto Conciatori

Der mysteriöse Fall Martin Mark beschäftigt die Gemüter

Luzern, 24.7.18 (kath.ch) Eine Petition fordert, dass die Universität Luzern die Kündigung von Professor Martin Mark zurücknimmt. Laut Universitätssprecher Lukas Portmann hat die Universität die Petition zur Kenntnis genommen. Der Theologe kritisierte offenbar die Hochschule wegen Intransparenz bei den Finanzströmen.

Die Universität könne nachvollziehen, dass die Studierenden über die Entlassung besorgt sind, sagte Portmann am Dienstag auf Anfrage. Dem Begehren nach mehr Informationen über die Gründe, die zur Entlassung geführt haben, kann die Universität aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht nachkommen, erklärte der Universitätssprecher gegenüber kath.ch weiter.

Martin Mark sei «entsprechend den gesetzlichen Vorgaben das rechtliche Gehör» gewährt worden. Ein derart einschneidender Entscheid werde «sicher nicht leichtfertig getroffen», erklärte Portmann weiter. Er versprach, dass der Universitätsrat die laufende Petition beantworten werde.

«Absolut haltlos»

Die Kündigung Marks wurde durch den Universitätsrats ausgesprochen, dessen Präsident der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss ist. Gegenüber kath.ch betonte Portmann am Dienstag, dass für den Kündigungsentscheid alleine die Universität zuständig sei.

Die Vorwürfe, welche von Martin Mark gegenüber Medien angedeutet worden seien, seien «absolut haltlos und entbehren jeder Grundlage», betonte die Universität über ihren Sprecher weiter.

Fragen zu Finanzflüssen

Die News- & Community-Plattform für Luzern und Zug «Zentralplus.ch» konkretisiert die bereits von kath.ch genannten möglichen Gründe für die Freistellung Marks. «Zentralplus» zitiert dabei aus einem Mail von Martin Mark an die Fakultätsversammlung, in welchem dieser die Freistellung auf kritische Beobachtungen und Anfragen zurückführt, die er als Dekan gemacht habe. Im Mail ist von nicht eingehaltenen Dienstwegen, fehlenden Kontrollmechanismen, Kompetenzüberschreitungen, Begünstigungen, verdeckten Finanzströmen und Intransparenz in der Budgetierung und Rechnungsführung die Rede.

Weiter zitiert «Zentralplus» zitiert aus dem Mail: «Die von mir erst ansatzweise thematisierten möglichen Probleme namentlich im Bereich der Finanzen scheinen brisant genug zu sein, um gewissen Kreisen Anlass gegeben zu haben, meine Amtsenthebung als Dekan voranzutreiben und mich anschliessend als Träger von potenziell gefährlichen Informationen zum Schweigen zu bringen und von der Universität entfernen zu lassen.»

Schadensbegrenzung einleiten

Das Sammelziel der laufenden Petition sind 500 Unterschriften. In den ersten 24 Stunden haben etwas über 160 Personen ihre Namen auf die Petitionsliste gesetzt. In verschiedenen Kommentaren der Unterzeichnenden wird die Sorge um den Ruf der Universität geäussert und darum Transparenz eingefordert. Das Vorgehen der Universität müsse untersucht werden, «da es für Studierende nicht nachvollziehbar ist», heisst es in einem Kommentar.

Der Universität müsse es daran liegen, Klarheit zu schaffen, heisst es in einem weiteren Kommentar. Auf diese Weise könne sie verhindern, dass es zu Missverständnissen, abwegigen Spekulationen und üblen Nachreden «in beide Richtungen» komme, sowohl gegenüber Martin Mark als auch gegenüber der Universität.

In einem Kommentar betont der ehemalige Regens des Bistums Basels, Thomas Ruckstuhl, die Wegweisung löse «nicht die Sachthemen und Reformansätze, die Professor Mark angemahnt hat, im Gegenteil».

Rechtsweg soll eingeleitet werden

So schnell wird an der Universität Luzern in der Sache Martin Mark nicht Ruhe einkehren. Der Betroffene bezeichnet die Kündigung in den Medien als missbräuchlich. Sein Anwalt Hans Wiprächtiger kündigte bereits am Samstag an, dass er die Freistellung und Kündigung anfechten werde.

Vier Fakultäten

Die Universität Luzern zählt vier Fakultäten. Im Herbstsemester 2017 war die Theologische Fakultät sowohl in Bezug auf Studierende als auch Mitarbeitende grösser als die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Das gelte in Bezug auf die Studierenden auch im Frühjahrssemester, hiess es bei der Hochschule auf Anfrage. Die Theologische Fakultät war somit im Herbstsemester 2017 mit 300 Studierenden die zweitkleinste Fakultät. (gs)

Luzerns Studierende wollen Klarheit zur Freistellung von Professor Mark

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