Der Neubau der Paulus-Akademie stagniert | © 2015 zVg
Schweiz
Der Neubau der Paulus-Akademie stagniert | © 2015 zVg

Der Baustopp der Paulus-Akademie betrifft vor allem Erwachsenenbildungsorganisationen

Zürich, 17.4.15 (kath.ch) Seit Dienstag herrscht Baustopp für den Neubau der Paulus-Akademie im Kulturparks in Zürich-West. Dies, weil die Projektpartner uneinig sind bezüglich Umsetzung des Veranstaltungsbereichs. Vom Streit nicht betroffen sind die angrenzenden Gebäude des Kulturparks und ihre Mieter, etwa das Katholische Medienzentrum.

Die Immobilienfirma W. Schmid + Co AG und die Katholische Kirche im Kanton Zürich sind sich nicht einig bezüglich Umsetzung des Veranstaltungsbereichs. Das ist der Grund, weshalb die Firma beim Gebäude der Paulus-Akademie einen Baustopp verhängte, wie kath.ch von der Hamasil-Stiftung, der Initiantin des Kulturparks, erfahren hat.

Falls der Baustopp länger andauert, führt dies wohl zu einer Verschiebung der Neueröffnung der Paulus-Akademie in Zürich-West. Diese war auf den kommenden November geplant. Ab dann sollten alle Veranstaltungen an der Pfingstweidstrasse stattfinden. Dieser Fahrplan lässt sich nun womöglich nicht einhalten.

Das katholische Bildungsinstitut muss aber per Ende Jahr seinen Sitz in Zürich-Witikon verlassen. Die Katholische Kirche im Kanton Zürich, die Besitzerin des Hauses, übergibt das Gebäude an die lokale Kirchgemeinde. Die Paulus-Akademie hätte also knapp zwei Monate Galgenfrist, wie deren Direktor Hans-Peter von Däniken bestätigt. «Ich erachte das Problem als nicht gross», sagt er gegenüber kath.ch. Büroräume in Zürich zu finden, sei im Moment nicht schwierig.

Katholisches Medienzentrum und Reformierte Medien können fristgerecht einziehen

Vom Baustopp und einem allenfalls verspäteten Einzug betroffen sind neben der Paulus-Akademie weitere katholische Erwachsenenbildungsorganisationen, die in dasselbe Gebäude einziehen wollen, etwa theologiekurse.ch und das Schweizerische Katholische Bibelwerk – Bibelpastorale Arbeitsstelle. Nicht betroffen sind hingegen die übrigen Mieter zweier Bürogebäude im Kulturpark, etwa das Katholische Medienzentrum, die Reformierten Medien und das Zürcher Lehrhaus, ein Bildungsinstitut, das auf den Dialog zwischen Christentum, Judentum und Islam setzt. Sie können den Mieterausbau ihrer Räumlichkeiten fortführen und auf jeden Fall fristgerecht einziehen, wie kath.ch seitens der Initiantin, der Hamasil-Stiftung, erfahren hat. Die beiden Bürogebäude werden vom Kulturpark-Initianten Martin Seiz und der Hamasil-Stiftung geplant und gebaut.

Der Direktor des Katholischen Medienzentrums, Charles Martig, bedauert allerdings sehr, dass die Bauarbeiten der Paulus-Akademie sich verzögern. «Wir sind von der Eröffnung im November 2015 und einer gemeinsamen Nutzung der Veranstaltungsräumlichkeiten ausgegangen. Dies ist jetzt in Frage gestellt.»

Dass der Baustopp de facto bereits umgesetzt ist, hat die Neue Zürcher Zeitung am 16. April von Synodalratspräsident Benno Schnüriger erfahren. In der Medienmitteilung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich vom 16. April hatte es geheissen, Martin Seiz, Initiant des Kulturparks, und seine Immobilienfirma W. Schmid + Co AG, wollten den Kaufvertrag für das Grundstück nicht einhalten und verlangten einen Baustopp. Konkrete Gründe dafür waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Der Kaufvertrag für das Grundstück, auf dem die Paulus-Akademie und weitere Bildungsinstitutionen einziehen werden, wurde 2011 zwischen der Firma W. Schmid + Co und der Bauherrin, der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterschrieben, wie die Presseagentur kipa am 3. Juni 2011 schrieb. Aktuell besteht der Synodalrat auf der Erfüllung dieses Vertrags und verhandelt mit der Firma.

Synode-Präsident: Der Ball liegt beim Synodalrat

Die Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, der Bauherrin, hat für den Bau insgesamt 17 Millionen Franken bewilligt. Die Synode werde zum aktuellen Zeitpunkt nicht aktiv, sagt ihr Präsident, André Füglister, auf Anfrage. «Die Sache beschäftigt uns natürlich, und wir lassen uns orientieren vom Synodalrat», sagt er. Der Ball liege nun aber definitiv bei der Exekutive, also dem Synodalrat. Die Synode tagt am 18. Juni wieder. (rp)

 

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