Schweiz

Der Abt von Einsiedeln plant neue Angebote für Besucher

Das Kloster Einsiedeln will seine Gastfreundschaft ausbauen. Abt Urban Federer schweben persönliche Kontaktaufnahmen durch Mönche, ein Rundgang über das Klosterleben und ein Ort der Natur und Kreativität vor.

Das Kloster Einsiedeln ist ein Wallfahrtsort. Deshalb ist die wichtigste Aufgabe seiner Mönche, die Gastfreundschaft zu pflegen. Das sagt Abt Urban Federer in einem Gespräch mit dem Westschweizer Medienzentrum cath.ch.

Persönliche Gespräche

Eine erste Neuerung im Umgang mit ihren Besucherinnen und Besuchern haben die Einsiedler Mönche in der letzten Weihnachtszeit umgesetzt. Einige von ihnen waren rund eine bis zwei Stunden in der Klosterkirche präsent und boten Gespräche und persönliche Segnungen an. «Der Erfolg war enorm», sagt Urban Federer gegenüber cath.ch. Die Menschen, die das Kloster besuchten, erwarteten offenbar eine solche Präsenz. Daran habe die Klostergemeinschaft vorher nicht gedacht.

Auf die Idee gekommen sind die Einsiedler Benediktiner dank Google. Die Internetplattform habe aufgezeigt, dass die Besucherzahl in der Klosterkirche zwischen 12.30 Uhr und 15 Uhr ihren Höhepunkt habe, so Federer. Diese Nachmittagsbesuche sind demnach ein neueres Phänomen. Früher seien die Menschen zur Morgenmesse nach Einsiedeln angereist.

Rundgang zur benediktinischen Spiritualität

Weiter will der Abt einen «Weg der Entdeckung des christlichen Glaubens» für die Klosterbesucherinnen und -besucher entwickeln. Der Rundgang innerhalb der Klostermauern solle «die benediktinische Spiritualität beleuchten und ihre Dimension von Raum und Zeit, der Lektüre und des Schreibens, des Gebets und des Schweigens», so Federer. Das Kloster könne als Ort verstanden werden, in dem nach den Kriterien von Ökologie und Nachhaltigkeit gelebt werde. Hier fänden das Gebet, die Arbeit, das Essen und das Schlafen am selben Ort statt. Und die Bewohner würden nur selten verreisen.

«Das ist meine Vision eines Museums», sagt der Abt über den Rundgang. Das entsprechende Konzept eines modernen Museums habe er bereits den benediktinischen Mitbrüdern vorgestellt. Und er erwähnt, dass er früher nichts von einem Museum traditioneller Art wissen wollte, weil er fand: «Wir leben hier.»

Den Menschen als Teil der Schöpfung zeigen

Einen Plan hegt der Abt auch für die ehemaligen Wohnungen der Klostermitarbeitenden, die nicht mehr gebraucht werden. Ein dunkler Gang führt in den Hof jenes stattlichen Gebäudes. Gleich daneben habe es Natur, einen Bauernhof mit Tieren, Werkstätten für Holz und Stein, so Federer. Auf der anderen Seite seien die Weinkeller und Gärten zu sehen. «Ich habe mir gesagt: Aus diesem Ort muss man etwas machen, um den Wert des Menschen hervorzuheben, als Teil der Schöpfung und in seiner Beziehung zum Schöpfer,» sagt Federer. Ein Ort des Lernens, etwa für Stadtkinder, schwebt ihm dabei vor. (cath.ch/rp)

Urban Federer, Abt des Klosters Einsiedeln | © Vera Rüttimann
14. Januar 2020 | 16:33
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