Unter Beobachtung. Videokamera vor der Universität Luzern | © Sylvia Stam
Schweiz
Unter Beobachtung. Videokamera vor der Universität Luzern | © Sylvia Stam

Dekan der Theologischen Fakultät Luzern weist Vorwürfe von Martin Mark zurück

Luzern, 22.8.18 (kath.ch) Die Theologische Fakultät Luzern steht auch nach der Entlassung des Alttestamentlers Martin Mark und dem Rücktritt der Islamwissenschaftlerin Rana Alsoufi gut da, sagt Dekan Robert Vorholt. Für weitere Auseinandersetzungen ist jedoch gesorgt. Eine Petition, ein Gerichtsentscheid und ein politischer Vorstoss sorgen für Sprengstoff.

«Unsere Fakultät ist gut aufgestellt. Sie funktioniert und ist stark. Anders als die meisten anderen theologischen Fakultäten verzeichnen wir wachsende Studierendenzahlen», erklärte der Dekan gegenüber der «Luzerner Zeitung» von Mittwoch. Er führt diese gute Leistung auf die «engagierte Zusammenarbeit unserer Kollegen» zurück.

Die für das Luzerner Zentrum für komparative Theologie zuständige Assistenzprofessorin Rana Alsoufi kündigte diesen Sommer. Deren Äusserungen nehme die Fakultät zum Anlass, «noch einmal zu fragen, wie wir besser werden können, wo sich die Dinge verändern können», erklärte der Dekan.

Nicht nach Wunsch verlaufen

Alsoufis Kritik weist er zurück: «Ich erlebe hier an der Fakultät sehr gute Konfliktmechanismen.» Vorholt bedauert zudem, dass die Zusammenarbeit mit den beiden Professoren, die den Aufbau des Zentrums für Komparative Theologie begleiteten, nicht so funktionierte, «wie ich es mir gewünscht hätte».

Der Rektor der Universität Luzern, Bruno Staffelbach, habe den Aufbau des Zentrums mit viel Engagement unterstützt. Vorholt ist überzeugt, dass das Zentrum auch nach dem Abgang von Rana Alsoufi eine Zukunft hat.

«Hochsensible Personalangelegenheit»

Die Fälle Asoufi und Mark müsse man klar trennen, sagt der Dekan. Er erwähnt aber eine Verbundenheit zwischen den beiden: «Rana Alsoufi kam hier an, als Martin Mark noch Dekan war. Herr Mark hat sie unterstützt, die beiden hielten eine gemeinsame Lehrveranstaltung. Es ist keine Frage, dass hier eine Sympathie und Verbundenheit besteht», so Vorholt.

Marks Entlassung sei eine «hochsensible Personalangelegenheit. Für den Augenblick können wir keine Auskunft geben.» Marks Kritik an der Theologischen Fakultät, es gebe dort finanziell intransparente Vorgänge, weist Vorholt zurück: «Intransparenzen oder andere Missstände kann ich nicht erkennen.» Der Dekan geht davon aus, dass die Fakultät auch nach der Sache mit Mark und Alsoufi «mit Schwung und Elan ins nächste Semester» starten wird.

Fakten auf den Tisch

Doch so schnell wird es um die Fakultät nicht ruhig werden. Sie wird sich mit mehreren Vorstössen zum Fall Mark befassen müssen. Der Grüne Kantonsrat Urban Frye hat Ende Juli eine dringliche Anfrage an den Luzerner Regierungsrat eingereicht. Die Fragen betreffen zum einen das Kündigungs- und Freistellungsverfahren und zum andern die Kritik von Mark an der Führung der Universität und angebliche Mängel in der Rechnungslegung.

Auch ehemalige Studierende und Studenten wollen sich nicht einfach abspeisen lassen. Mehr als 500 Personen haben eine Protest-Petition der Studierenden der Theologischen Fakultät Luzern gegen die Entlassung von Professor Martin Mark unterschrieben und wollen, dass über die Hintergründe der Entlassung klarer Wein eingeschenkt wird.

Einvernehmliche Lösung

Zudem hat das Luzerner Kantonsgericht die Freistellung Marks sistiert. Mark nennt seine Entlassung rechtswidrig. Er hofft, dass eine einvernehmliche Lösung ihm ermöglichen wird, weiterhin an der Hochschule tätig zu sein.

Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss, der zugleich Präsident des Universitätsrats ist, hat sich hinter die Bildungsanstalt gestellt. Er weist die Vorwürfe gegen die Universität zurück. Die Finanzabläufe der Universität seien geregelt und transparent, sagte Wyss gegenüber dem Sender SRF.

Zitat: «Dafür müsste eine erhebliche kriminelle Energie vorliegen»

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