Schweiz

Das Fastenopfer redet an der Uno-Klimakonferenz in Katowice mit

Luzern, 3.12.18 (kath.ch) Eine Delegation des Fastenopfers reist in der Nacht auf Donnerstag an die 24. Klimakonferenz im polnischen Katowice. Vertreter des Hilfswerks verfolgen die offiziellen Verhandlungen der Regierungsvertretungen. Zudem werden rund ein Dutzend Jugendliche nach Polen gehen und ein Filmprojekt realisieren.

Georges Scherrer

Der Klimawandel, über den die Delegationen an der Uno-Konferenz in Polen sprechen werden, sei ein wichtiges Thema beim Hilfswerk, erklärt Daniel Wiederkehr, der beim katholischen Hilfswerk zuständig für Jugendprojekte und Bildung ist und die Jugendlichen nach Polen begleitet.

Die Menschen in der Projektarbeit von Fastenopfer im Süden seien stark mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert: Dürren mit Ernteausfällen und immer häufiger auftretende Taifune, die den Menschen die Lebensgrundlage nehmen, seien nur zwei Beispiele für die Klimaänderung.

In seinem internationalen Programm «Energie und Klimagerechtigkeit» bemühe sich Fastenopfer, erneuerbare Energien zu fördern, die auch sozial nachhaltig sind, erklärt Wiederkehr. So müsse beispielsweise auch beim Bau eines Wasserkraftwerks in Brasilien auf indigene Gemeinschaften geachtet werden, die dort wohnen.

Fastenopfer am Verhandlungstisch

Das Ziel des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015, die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, müsse erreicht werden. In Katowice müssten die Regeln bestimmt werden, wie dieses Ziele erreicht werden können. Darauf werden die Fastenopfer-Vertreter an der Konferenz hinarbeiten, betont Wiederkehr.

Der Fastenopfer-Delegation für Katowice gehören Geschäftsleiter Bernd Nilles und Stefan Salzmann an, der beim Hilfswerk für den Bereich Klima- und Energiepolitik zuständig ist. Sie werden in Katowice an den offiziellen Verhandlungen teilnehmen. Zu diesen werden auch die Bundesräte Doris Leuthard und Alain Berset erwartet.

Vernetzen und austauschen

Fastenopfer schickt elf weitere Leute nach Polen. Daniel Wiederkehr wird eine Gruppe von zehn Jugendlichen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren begleiten. Diese fahren an ein internationales Jugendcamp mit der Bezeichnung «Agora», das parallel zum offiziellen Klimagipfel stattfindet. So wurde im antiken Griechenland der zentrale Versammlungsplatz einer Stadt genannt. In Katowice steht er ganz einfach für «Marktplatz und Austausch-Plattform». Das Camp will junge Leute, die sich gegen den Klimawandel engagieren wollen, miteinander vernetzen und ihnen die Möglichkeit geben, sich über einen nachhaltigen Lebensstil und aktiven Klimaschutz auszutauschen.

Mit dabei ist der junge Filmemacher Silvan Hohl, der beim Katholischen Medienzentrum kath.ch in Zürich Video-Coach ist und jene Jugendlichen betreut, die Filme für den YouTube-Kanal von «underkath.ch» drehen. Ziel in Katowice ist es, dass die Jugendlichen, die für Fastenopfer hinreisen, ihre Eindrücke auch filmisch festhalten.

Globales Ziel lokal umsetzen

Fastenopfer geht also nach Katowice, um einerseits politischen Einfluss zu üben und andererseits junge Menschen für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Die Botschaft, welche Fastenopfer nach Polen trägt, lautet gemäss Wiederkehr: Die globalen Klimaziele von Paris müssen und können auch lokal umgesetzt werden.

Das Hilfswerk werde sich mit anderen Nichtregierungsorganisationen in Polen dafür einsetzen, dass auf der politischen Ebene die Einsicht wächst, dass die rasche Umsetzung der Klimaziele absolut notwendig ist.

Hitzeherbst 2018

Der Hitzesommer und der Hitzeherbst 2018 in der Schweiz hätten einmal mehr gezeigt, dass der Klimawandel nicht nur im globalen Süden das Wetter beeinflusse, sondern auch in den industrialisierten Ländern. Wobei die Auswirkungen des Klimawandels auf von Armut betroffene Menschen viel stärker seien, wie Wiederkehr betont.

Die Erfahrungen der Fastenopfer-Partner im Süden würden einen Eindruck davon vermitteln, wie gravierend die Auswirkungen des Klimawandels seien – und dies schon bei einem Grad Temperaturerhöhung.

Mit dem Zug nach Polen

Die Schweiz als reiches Land tue noch viel zu wenig, um den Klimawandel zu bremsen. Auch beim persönlichen Lebensstil des Einzelnen ortet Wiederkehr Verbesserungsmöglichkeiten und verweist auch auf die vielen Flugreisen.
Fastenopfer will hier mit gutem Beispiel vorangehen.

Die Delegation nimmt nicht das Flugzeug, welches Unmengen an CO2 ausstösst, nach Polen, sondern den Zug und damit eine Reise auf sich, die über 15 Stunden dauert.

 

 

Bernd Nilles | © CIDSE/Fastenopfer
3. Dezember 2018 | 12:57
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Weltklimakonferenz gestartet

Mit Appellen zu mehr Engagement im Kampf gegen die Erderwärmung ist am Montag im polnischen Katowice die Weltklimakonferenz offiziell eröffnet worden. Erste Arbeitssitzungen fanden bereits am Sonntag statt. Bis zum 14. Dezember wollen Vertreter aus rund 200 Ländern über die weitere Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen Klimaabkommens beraten. Das Abkommen sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.