Maria Sofia Cichetti, Priorin und designierte Äbtissin des Klosters von Claro | © zVg
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Maria Sofia Cichetti, Priorin und designierte Äbtissin des Klosters von Claro | © zVg

Das älteste Tessiner Kloster wird wieder eigenständig

Bellinzona, 2.2.19 (kath.ch) Das Benediktinerinnen-Kloster von Claro im Tessin wird nach über 40 Jahren wieder selbstständig. Das gab die designierte Äbtissin Maria Sofia Cichetti am 22. Tag des Geweihten Lebens am Samstag in Lugano bekannt. Zum Anlass fand in der Kathedrale San Lorenzo ein Gottesdienst unter der Leitung von Mauro Jöhri statt, dem ehemaligen Generalminister des Kapuzinerordens.

Am 9. Februar wird der Bischof von Lugano, Valerio Lazzeri, der Priorin von Claro die Äbtissinnenweihe spenden. Das erklärte Priorin Maria Sofia Cichetti gegenüber dem Tessiner Medienzentrum catt.ch. Damit wird das Benediktinerinnenkloster erneut unabhängig vom Benediktinerinnenkloster von Rosano unweit von Florenz. Das ursprüngliche Tessiner Dorf Claro gehört heute zur Gemeinde Bellinzona.

Das Gelübde der Stabilität

Seit ihrer Wahl zur Priorin des Klosters vor zwei Jahren hätten die Ordensfrauen zunehmend und eigenverantwortlich das Bedürfnis entwickelt, im Kloster von Claro auch das Gelübde der Stabilität zu leben, erklärte Cichetti. Stabilität ist neben der Keuschheit, der Armut und dem Gehorsam eines der Gelübde, welches die Benediktinerinnen ablegen.

Stabilität sei jedoch schwierig gewesen unter den bisherigen Bedingungen, so Cichetti gegenüber catt.ch. Das Kloster von Claro war – wegen mangelnder Ordensfrauen – 1971 mit dem Kloster von Rosano in Rignano sull’Arno vereint worden. «Die Nonnen kamen und gingen», so Cichetti. Das sei aus benediktinischer Sicht nicht optimal gewesen.

Keine Neuerung, eine Wiederherstellung

«Wir werden jetzt dank der Erlaubnis von Papst Franziskus ein Kloster in juristischen Sinn werden», so die Priorin. Das sei keine Neuerung, sondern vielmehr eine Wiederherstellung des früheren Zustandes. Das Kloster von Claro wurde 1490 gegründet und ist damit das älteste im Kanton Tessin. Aktuell leben elf Ordensfrauen darin, darunter vier Tessinerinnen.

Die spirituellen und geschwisterlichen Beziehungen mit dem Florentiner Kloster werde man aber auch nach der Trennung weiter pflegen, betonte die designierte Äbtissin gegenüber catt.ch.

Klosterfreunde wollen sich verstärkt engagieren

Seit über 20 Jahren wird das Kloster von der Vereinigung Freunde des Klosters von Claro sowohl materiell wie auch spirituell unterstützt. Sie organisierten Konferenzen, Ausstellungen und Pilgerreisen, erklärte der aktuelle Präsident Pio Morisoli gegenüber catt.ch. Dabei gehe es auch darum, die Regeln des Heiligen Benedikt vertieft kennen zu lernen.

Der kommende Alleingang des Klosters werde eine noch überzeugtere und erneuerte Unterstützung ihrerseits zur Folge haben, so Morisoli. Seine Liebe zum Kloster hat ihm seine Mutter, eine Einheimische aus Claro, weitergegeben. Von ihr weiss er, dass das Kloster in Zeiten grosser Armut im Tessin grosse konkrete Hilfe geleistet hatte. «Wir geben einen kleinen Teil davon zurück, was das Kloster über Jahre für die Bevölkerung tat». (catt.ch/Übersetzung: rp)

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