Schweiz

Churer Weihbischof ist gegen Schutz von Homosexuellen

Stimmen die Schweizerinnen und Schweizer am 9. Februar der Erweiterung der Anti-Rassimus-Strafnorm zu, wird die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung zur Straftat. Der Weihbischof Marian Eleganti wehrt sich dagegen.

«Jetzt sollen wir aufgrund von Antidiskriminierungsgesetzen auch noch durch Gerichtsurteile zum Schweigen gebracht – und bestraft werden», schreibt der Weihbischof in seinem Gastbeitrag auf der Webseite der Stiftung Zukunft CH.

Kritik am Diskussionsstil

Der Gastbeitrag steht unter dem Titel «Das Ende der Bemühung um Objektivität». Darin kritisiert Eleganti, dass in der aktuellen Gesellschaft, «jeder, der widerspricht oder sich quer stellt, als ‘persönlicher Feind’, nicht als vernünftiger und ehrenwerter ‘Diskurs-Gegner’» wahrgenommen werde. Es gehe nach der Formel «Du widersprichst mir, also hassest Du mich».

Dies werde besonders von der LGBTQ-Gemeinschaft – zu der unter anderem Homosexuelle und Bisexuelle gezählt werden – so angewandt, schreibt Eleganti. «Jede von ihr abweichende Meinung wird als ‘hatespeech’ stigmatisiert oder mindestens als theoretische Voraussetzung für tätliche Gewalt gewertet».

Die Person lieben, die Ansicht bekämpfen

Demgegenüber stellt der Churer Weihbischof das katholische Denken als vorbildlich dar. Dieses unterscheide genau zwischen Person und Ansicht, zwischen Sünder und Sünde. «Man liebt die Person beziehungsweise den Sünder, bekämpft aber eventuell deren falsche Ansichten beziehungsweise deren sündige Praxis.»

Geht es nach der Vorlage vom 9. Februar, soll fortan nicht nur die «Diskriminierung und der Hass wegen Rasse, Ethnie oder Religion» strafrechtlich verfolgt, sondern auch die Diskriminierung wegen sexueller Orientierung. Bundesrat und Parlament empfehlen ein Ja zur Vorlage. Die Meinungsfreiheit werde bei der Anwendung des Gesetzes hochgehalten, heisst es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements.

Bischofskonferenz verzichtet auf Empfehlung

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat an ihrer Vollversammlung in Lugano von Anfang Dezember entschieden, zu dieser Abstimmungsvorlage keine Empfehlung auszusprechen. (sda/rp)

Der Churer Weihbischof Marian Eleganti | © Regula Pfeifer
5. Januar 2020 | 12:14
Teilen Sie diesen Artikel!