Bundesrat Alain Berset | © 2012 Bernard Bovigny
Schweiz
Bundesrat Alain Berset | © 2012 Bernard Bovigny

Bundesrat Berset: Rat der Religionen soll Arbeit intensivieren

Bern, 2.3.15 (kath.ch) «Der soziale Zusammenhalt kommt nicht von sich aus zustande», erklärte Bundesrat Alain Berset bei einem Zusammentreffen mit dem Schweizer Rat der Religionen am Montag, 2. März, in Bern. Berset sagte gegenüber der Delegation, dass der Bundesrat die Sorge bezüglich der gestiegenen Anzahl von Übergriffen auf Muslime und Juden teile.

Angeführt wurde die Delegation vom Präsidenten des Rates, Hisham Maizar, der die Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz leitet. Er wurde von Bischof Harald Rein, Oberhaupt der Christkatholischen Kirche Schweiz, und Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, begleitet. Ebenfalls am Treffen teilgenommen haben Sara Kviat Bloch als Expertin und die Sekretärin des Rates, Judith Stofer. Dem Rat gehört auch der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Bischof Markus Büchel, der in Bern aber fehlte. Büchel konnte nicht teilnehmen, weil er zurzeit die ordentliche Versammlung der SBK in Genf leitet, teilte SBK-Sprecher Walter Müller auf Anfrage mit.

In der multikulturellen Schweiz sei es Aufgabe jedes Einzelnen, täglich zu einem ausgeglichenen Zusammenleben beizutragen, sagte Berset gemäss einer Medienmitteilung des Innendepartements. Dieses Zusammenleben funktioniere in der Schweiz gut, weil sowohl die Bevölkerung wie zahlreiche Organisationen und Institutionen ihren Teil zum sozialen, kulturellen und religiösen Frieden beitragen

Der Schweizer Innenminister unterstützte die Aufrufe zum gegenseitigen Respekt und zur Verurteilung des Rassismus, welche christliche und jüdische Gemeinschaften aber auch muslimische Dachorganisationen publiziert haben. Berset begrüsste die Initiativen zum interreligiösen Dialog. Der Bundesrat ermunterte dazu, den Dialog mit allen religiösen Gemeinschafen zu intensivieren. Nur das regelmässige gemeinsame Gespräch und die tägliche Integrationsarbeit könnten verhindern, dass die Menschen sich in ihre eigenen Gemeinschaften zurückziehen.

Religiöse Akteure als Partner der Politik

Auch Ständeratspräsident Claude Hêche empfing gemäss einer Mitteilung der Parlamentsdienste die Delegation. Er unterstrich bei dieser Gelegenheit die wichtige Rolle der Religionsgemeinschaften und hob die Bedeutung des Austauschs zwischen den politischen und den religiösen Institutionen hervor. Für den Präsidenten des Ständerates sind die religiösen Gemeinschaften als bedeutende gesellschaftliche Akteure wichtige Partner der politischen Behörden.

Beim Gespräch wurde auf die Bedeutung der Beteiligung der religiösen Gemeinschaften am demokratischen Prozess und an der gesellschaftlichen Entwicklung der Schweiz hingewiesen. Diese Beteiligung trage entscheidend zu einem friedlichen Zusammenleben und zum Respekt vor den Grundwerten der Bundesverfassung, wie der Gewissens- und Glaubensfreiheit, bei. Der Ständeratspräsident hat die religiösen Gemeinschaften deshalb aufgefordert, ihr Engagement und ihre gemeinsame Arbeit zu verstärken.

Das Treffen fand im Parlamentsgebäude statt und dauerte zwei Stunden. Der Präsident des Nationalrates, Stéphane Rossini, empfing die Delegation des Rates ebenfalls.

Der Schweizerische Rat der Religionen mit Sitz in Zürich war 2006 gegründet worden. Er hat zum Ziel, den religiösen Frieden zu fördern und Vertrauen unter den verschiedenen Religionen in der Schweiz zu schaffen. Vorsitzender ist seit 2014 Hisham Maizar. (gs)

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