Santiago de Chile | © pixabay santiagoantinogene CC0
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Santiago de Chile | © pixabay santiagoantinogene CC0

Brandanschlag gegen Kirche in Chile und Drohung gegen Franziskus

Santiago de Chile, 12.1.18 (kath.ch) Wenige Tage vor der Ankunft von Papst Franziskus in Chile sorgt ein Zwischenfall in der Hauptstadt Santiago für Aufregung.

Unbekannte legten laut einem Bericht des chilenischen Onlineportals «24horas» von Freitag Feuer am Portal der Kirche Santa Isabel de Hungria und hinterliessen eine Bombendrohung gegen den Papst. Der Papst besucht Chile und Peru vom 15. bis 22. Januar.

Die Behörden veröffentlichten unterdessen ein Bekennerschreiben, das die Befreiung der den Mapuche-Ureinwohnern zugeschriebenen Region Wallmapu fordert. Bereits mehrmals gab es in den vergangenen Monaten Anschläge vor dem Hintergrund des Mapuche-Konflikts, von denen einige ebenfalls gegen Kirchen gerichtet waren.

Ureinwohner machen auf ihr Schicksal aufmerksam

Zuletzt gab es in Chile immer wieder Brandanschläge auf kirchliche Einrichtungen, zu denen sich radikale Mapuche bekannten. Die Gruppe «Weichan Auka Mapu» begründete ihre Anschläge in der Vergangenheit damit, dass auch Kirchenvertreter mitverantwortlich für Repressionen gegen ihr Volk seien. Die Mapuche sind die Ureinwohner im Süden von Chile und Argentinien.

Nach der chilenischen Unabhängigkeit 1818 begann in den 1860er Jahren ihre Entrechtung: Einmarsch der Armee, Enteignung, Niedergang der indigenen Tradition und Sprache. Erst vor einigen Jahren setzte bei den Mapuche eine Rückbesinnung auf die eigene Kultur und Identität ein. Eine kleine Minderheit radikalisierte sich. Die Mapuche zählen zum ärmsten und am wenigsten gebildeten Teil der Bevölkerung. (kna)

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