Maurice Bavaud – Gedenkveranstaltung in Freiburg | © 2016 flyer unifr
Schweiz
Maurice Bavaud – Gedenkveranstaltung in Freiburg | © 2016 flyer unifr

Bischof Morerod würdigt Hitler-Attentäter Maurice Bavaud

Freiburg i.Ü., 2.11.16 (kath.ch) Der Schweizer Maurice Bavaud reiste 1938 nach München, um Adolf Hitler zu erschiessen. Der Anschlag misslang. Bavaud wurde 1941 hingerichtet. Eine Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstages des Westschweizers findet am 9. November in Freiburg statt. Bischof Charles Morerod wird über dessen christliche Motivation sprechen.

Maurice Bavaud wurde 1916 in Neuenburg geboren. Als 19-Jährigter reiste er in die Bretagne, wo er das katholische Seminars Saint-Ilan bei Saint-Brieuc besuchte, um eine Ausbildung zum Missionar im Orden Pères du Saint-Esprit (Väter vom Heiligen Geist) zu absolvieren. Nach drei Jahre brach er das Studium ab und kam in die Schweiz zurück. Bald darauf ging er nach München.

Der Münchner Historiker Martin Steinacher veröffentlichte vergangenes Jahr ein Buch mit dem Titel «Maurice Bavaud – verhinderter Hitler-Attentäter im Zeichen des katholischen Glaubens?«. Darin wagt der Autor eine Neu-Interpretation und Würdigung des Schweizer Widerstandskämpfers und Märtyrers des 20. Jahrhunderts, wie es in der Einladung des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog an der Universität Freiburg heisst.

Katholische Motivationsgeber

Der Autor gehe, so die Einladung, insbesondere auf die katholische Erziehung und Sozialisation des Studenten ein. Dabei berücksichtigte er die Familie, die Liturgie, die katholische Schule und das Seminar bei den Vätern vom Heiligen Geist. Der Autor schlägt zudem die Brücke zu Informationen über die Verfolgung der Kirche in Nazi-Deutschland, welche Maurice Bavaud zugänglich waren. Zudem habe gemäss Martin Steinacher die Enzyklika Ardente cura (»Mit brennender Sorge») von Papst Pius XI. den jungen Mann in seinem Gewissensentscheid für seinen Attentatsplan bestärkt.

Maurice Bavaud versuchte am 9. November 1938 in München Hitler zu erschiessen. Zum 70. Jahrestag der Widerstandsaktion würdigte der Schweizer Bundespräsident Pascal Couchepin am 7. November 2008 den Neuenburger.

Nun wird auch der Westschweizer Bischof Charles Morerod Maurice Bavaud die Ehre erweisen. Denn der Widerstand von Maurice Bavaud gegen Hitler war auch durch seinen katholischen Glauben motiviert, schreibt das Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog. Organisiert wird die Veranstaltung vom Kirchenhistoriker Mariano Delgado, Direktor des Instituts, und dem Komitee Maurice Bavaud. An der Veranstaltung wird der Münchner Historiker Martin Steinacher über den Geehrten sprechen. (gs)

Akademische Gedenkveranstaltung 9. November 2016: Der Schweizer Hitler-Attentäter aus katholischer Überzeugung – Zum Gedenken an Maurice Bavaud (1916-1941)

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum