Polizisten warten in Köln auf ihren EInsatz bei der Pegida-Demonstration | © KNA
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Polizisten warten in Köln auf ihren EInsatz bei der Pegida-Demonstration | © KNA

Bischof entzieht Pfarrer Predigtbefugnis wegen Pegida-Rede

Münster, 20.1.15 (kath.ch) Nach einer umstrittenen Rede bei einer Pegida-Demonstration am Montag in Duisburg hat das Bistum Münster dem Emmericher Pfarrer Paul Spätling (66) die Predigtbefugnis entzogen.

Bischof Felix Genn habe dem Ruhestandsgeistlichen, der in der Diözese ohnehin schon nahezu keine priesterlichen Dienste mehr wahrnehme, am Dienstag mitgeteilt, dass er «solche Reden wie die gestrige nicht dulden kann und will», teilte das Bistum Münster mit. Gemäß Canon 764 des Kirchenrechtes habe Genn dem Pfarrer verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen. Zudem distanzierte sich die Diözese von Spätlings Äußerungen.

Pfarrer kritisierte Lichtlösch-Aktion am Dom

Der Geistliche habe sich bei der Pegida-Demo in Duisburg auf der Bühne kritisch über das Ausschalten der Lichter am Kölner Dom bei der Pegida/Kögida-Kundgebung vor zwei Wochen geäußert, so das Bistum. Zudem sei er auf das Verhältnis von Christentum und Islam in der europäischen Geschichte eingegangen und habe die Bundeskanzlerin wegen ihrer Aussage kritisiert, der Islam gehöre zu Deutschland. «Wir weisen die Aussagen von Herrn Pfarrer Spätling entschieden zurück», erklärte das Bistum. «Wir distanzieren uns mit Nachdruck von seinem völlig verzerrten Bild von Geschichte und Gegenwart.» Der Pfarrer bediene mit seinen Äußerungen undifferenzierte Klischees gegenüber dem Islam und schüre eine gefährliche Feindlichkeit gegen «den Islam».

Mit solchen Äußerungen, für die Spätling auch noch seine Autorität als Pfarrer und Priester missbraucht habe, lege er die Grundlagen für rechte Ideologien, Fremdenfeindlichkeit und für ein Gegeneinander der Religionen, die in der katholischen Kirche keinen Platz hätten, unterstrich die Diözese. Die christliche Botschaft sei keine der Ausgrenzung, des Hasses und der Gewalt, sondern eine der Liebe und der Menschenfreundlichkeit. «Wir sind dankbar dafür, wie viele Menschen in diesen Tagen auf die Straßen gehen und genau in diesem Sinne ein Zeichen setzen – darunter sind auch ganz viele Christinnen und Christen.» Deutschland drohe «ganz sicher keine Islamisierung». (kna)

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