Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. (rechts), 28. Juni 2017 | © KNA
Vatikan
Papst Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI. (rechts), 28. Juni 2017 | © KNA

Benedikt XVI. und Kardinäle würdigen Papst zum fünften Amtsjahr

Bonn/Rom, 13.3.18 (kath.ch) Zum fünften Jahrestag seiner Wahl zum Papst haben führende Vertreter der katholischen Kirche Franziskus als wichtigen Impulsgeber gewürdigt. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. warnte davor, ihn gegen seinen Nachfolger auszuspielen.

Es sei ein «törichtes Vorurteil, demzufolge Papst Franziskus nur ein Praktiker ohne besondere theologische oder philosophische Bildung wäre, während ich einzig ein theoretischer Theologe gewesen sei, der wenig vom konkreten Leben eines heutigen Christen verstanden hätte», schrieb Benedikt XVI. in einem Grusswort aus Anlass der Vorstellung einer Buchreihe zur Theologie von Papst Franziskus.

Innere Kontinuität zwischen beiden Pontifikaten

Die elf kleinen Bände zu Aspekten der Lehre und des Denkens von Franziskus zeigten den amtierenden Papst im Gegenteil als «Mann von tiefer philosophischer und theologischer Bildung», so Benedikt XVI. Sie verwiesen damit auch auf «die innere Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten, wenngleich mit allen Unterschieden in Stil und Temperament».

«Er hat Offenheit und Freude in die Kirche gebracht.»

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper bezeichnete bei der Buchvorstellung den Theologiestil des Papstes als «prophetisch». In einem Interview der «Welt» (13. März) nannte er Franziskus ein «Geschenk Gottes in dieser Zeit». Der Papst aus Argentinien habe die Atmosphäre der Kirche verändert. «Er hat Offenheit und Freude in die Kirche gebracht – und, was ja auch ein hohes Gut ist, auch grosse Zustimmung und Zuneigung ausserhalb der Kirche gefunden.»

«Eine solche historisch gewachsene, hochkomplexe Institution zu verändern ist ein ganz schwieriges und langfristiges Unternehmen.»

Zu der von Franziskus eingeleiteten Reform der römischen Kurie sagte Kasper, dass dies Zeit brauche. «Eine solche historisch gewachsene, hochkomplexe Institution zu verändern ist ein ganz schwieriges und langfristiges Unternehmen.» Der Papst habe jedoch Prozesse angestossen, die nicht umkehrbar seien und die über seine Amtszeit hinaus weitergehen würden.

Ähnlich äusserte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zugleich Mitglied in dem von Franziskus zur Kurienreform einberufenen Kardinalsrat. Im ZDF-Morgenmagazin warnte Marx vor allzu grossen Erwartungen. «Manche denken, das wäre in mehreren Monaten zu schaffen.» Er selbst rechne eher damit, dass dieser Prozess noch Jahre dauern werde.

Bewegung in innerkirchliche Debatten

Zugleich bezeichnete Marx den Papst als «grosse Inspiration». Franziskus habe Bewegung in innerkirchliche Debatten gebracht; zugleich wirke er über die Kirche hinaus und werde von vielen Menschen positiv wahrgenommen. Franziskus habe deutlich gemacht, dass die Kirche den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt rücken und sich in Fragen der Gerechtigkeit einmischen müsse. – Franziskus wurde am 13. März 2013 zum Papst gewählt. (kna)

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