Godfried Daneels (links) 2005 mit dem damaligen Bischof von Chur, Amédée Grab. | © Keystone
Ausland
Godfried Daneels (links) 2005 mit dem damaligen Bischof von Chur, Amédée Grab. | © Keystone

Belgischer Kardinal Danneels mit 85 Jahren gestorben

Brüssel, 14.3.19 (kath.ch) Kardinal Godfried Danneels, emeritierter Erzbischof von Mecheln-Brüssel, ist am Donnerstag in Mecheln mit 85 Jahren verstorben. Der Belgier galt als möglicher Nachfolger von Johannes Paul II. bei der Papstwahl 2005.

«Viele Jahre lang leitete er die Kirche als wahrer Pastor in einer Zeit, in der sich Kirche und Gesellschaft grundlegend veränderten», sagte Kardinal Jozef De Kesel, Erzbischof von Mecheln-Brüssel, in einem Nachruf auf Godfried Daneels.

Breite Kreise angesprochen

Der in Westflandern geborene Danneels wurde 1957 zum Priester geweiht und lehrte später unter anderem an der Katholischen Universität Löwen. 1977 wurde er Bischof von Antwerpen. 1979 folgte Danneels mit nur 46 Jahren Kardinal Leo Suenens (1904-1996) als Erzbischof von Mecheln-Brüssel. 1983 erhielt er die Kardinalswürde.

Von 1990 bis 1999 war Danneels Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi International. Der Belgischen Bischofskonferenz stand er von 1980 bis 2010 vor. Auch im ökumenischen Dialog und in der Entwicklung einer Grossstadtseelsorge hat sich der Kardinal profiliert. Mit jährlich zwei Hirtenschreiben und zahlreichen sonstigen Veröffentlichungen erreichte der ruhige und vermittelnde Kirchenmann ein breites Publikum.

Schatten über der Karriere

Nach seiner Pensionierung 2010 erhielt sein positives Image einen Schatten im Zuge des Skandals um sexuellen Missbrauch, als Danneels versuchte, ein Missbrauchsopfer von der Veröffentlichung seines Falles abzubringen.

Mit seinem Tod verbleiben der Weltkirche noch 222 Kardinäle, von denen noch 122 in einem möglichen Konklave stimmberechtigt wären. (kna)

«Eifriger Hirte»

Zum Tode des belgischen Kardinals Godfried Danneels hat Papst Franziskus der katholischen Kirche Belgiens sein «tiefstes Mitgefühl» ausgesprochen. In einem Beileidstelegramm an den Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Kardinal Jozef De Kesel, das der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte, würdigt der Papst Danneels als «eifrigen Hirten». Dieser habe nicht nur seinem Bistum, sondern auch der ganzen Weltkirche «mit grossen Engagement gedient».

Zu den beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie 2014 und 2015 hatte Franziskus den damals bereits emeritierten Erzbischof persönlich als Teilnehmer berufen. An Danneels’ Mitwirkung bei den Synoden erinnerte Franziskus in dem Telegramm eigens. (cic)

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum