Miguel Angel Ayuso Guixot, 2014 | © KNA
Vatikan
Miguel Angel Ayuso Guixot, 2014 | © KNA

Ayuso fordert mehr als Toleranz

Rom, 26.5.19 (kath.ch) Zwischen den Religionen sollte es künftig weniger nur um Toleranz, sondern um ein echtes Zusammenleben gehen. Das forderte der neue Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, Miguel Angel Ayuso Guixot, auf dem Internetportal Vatican News (Sonntag).

Nicht ein bloss tolerantes Nebeneinander, sondern ein bewusstes «Miteinander-Leben» ermögliche ein «Leben im Geist des Friedens», so Ayuso. Eine zweite Herausforderung des interreligiösen Dialogs sei die Verteidigung des Lebens gegen den Terrorismus, vor allem «gegen Orte, wo Gläubige in aller Einfachheit Gott verehren wollen und dann grausam ermordet werden».

Frieden stiften

Darüber hinaus müssten die Religionen noch enger zusammenarbeiten, um weltweit Frieden zu stiften, sagte Ayuso. Dies sei eines der Hauptanliegen der Erklärung von Abu Dhabi über menschliche Geschwisterlichkeit, die Papst Franziskus und Grossimam al-Tayyeb Anfang Februar unterzeichnet haben. Dessen Inhalt müsse viel stärker bekannt gemacht und seine Anliegen praktisch umgesetzt werden, forderte Ayuso.

Kurienbischof aus Spanien

Der aus Spanien stammende Kurienbischof verwies auf eine Aussage seines Vorgängers Kardinal Jean-Louis Tauran, der vom «Schock der Ignoranz» sprach. Der im Juli 2018 gestorbene, langjährige Leiter des Rates für interreligiösen Dialogs, bezog sich damit auf die verbreitete Unwissenheit vieler Gläubiger in Bezug auf die Werte und Inhalte ihrer je eigenen Religion.

Auch deswegen, so Ayuso, hätten etwa Weltkirchenrat und Vatikan vergangene Woche in Genf eine gemeinsame Erklärung zur religiösen Friedenserziehung verabschiedet.

Papst Franziskus hatte den bisherigen Sekretär des Rates am Samstag zum neuen Leiter bestimmt. (cic)

Papst ernennt neuen Leiter des Rates für interreligiösen Dialog

Miguel Angel Ayuso Guixot

Miguel Angel Ayuso Guixot (66) ist neuer Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. Papst Franziskus ernannte den spanischen Kurienbischof am Samstag zum Nachfolger des im Juli 2018 gestorbenen Kardinals Jean-Louis Tauran. Seit 2012 bereits war Ayuso Sekretär und damit «zweiter Mann» des Rates; er gilt als Experte für Islam und arabische Kultur. Immer wieder fordert er Religionsfreiheit ein sowie Dialog mit dem Ziel eines echten, informierten Zusammenlebens.

Von 1982 bis 2002 lebte Ayuso als Missionar im Sudan und Ägypten.

Zuvor hatte er in Rom und Granada Theologie und Islamwissenschaft studiert. Diese lehrte er ab 1989 zunächst in Khartum, später in Kairo. Nachdem die Kairoer Al-Azhar-Universität 2011 den Dialog mit dem Vatikan ausgesetzt hatte, war Ayuso ab 2013 massgeblich an dessen Wiederaufnahme beteiligt. Ebenso involviert war er am Zustandekommen der Erklärung über menschliche Brüderlichkeit, die Papst Franziskus und der Kairoer Grossimam Ahmad al-Tayyeb im Februar in Abu Dhabi unterzeichneten.

Geboren wurde Ayuos Guixot am 17. Juni 1952 in Sevilla. Mit knapp 28 Jahren trat er in den Orden der Comboni-Missionare ein; die in Norditalien gegründete Gemeinschaft ist vor allem in Afrika aktiv. Im Herbst 1982 wurde Ayuso zum Priester geweiht. Nach seiner Rückkehr aus Ägypten 2002 wurde der Spanier zum Präsidenten des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien in Rom ernannt.

Benedikt XVI. berief ihn 2012 als Sekretär des interreligiösen Rates; Franziskus bestätigte ihn 2013 und weihte ihn 2016 persönlich zum Bischof. Zudem gehört Ayuso dem Direktorium des 2012 in Wien gegründeten «King-Abdullah-Centers» für interreligiösen Dialog an. (kna)

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