Franziska Driessen, Daniel Eisenhut, Simone Curau-Aepli (von links) | © zVg
Schweiz
Franziska Driessen, Daniel Eisenhut, Simone Curau-Aepli (von links) | © zVg

Nie ohne Lippenstift

Zürich, 11.6.18 (kath.ch) 100 Die Ausstellung «Lipstick-Leaders» im Kraftwerk Zürich zeigt derzeit einhundert Frauen in Führungspositionen. Darunter sind zwei prominente Gesichter der katholischen Kirche: Simone Curau-Aepli, Präsidentin des Schweizerischen katholischen Frauenbunds, und Franziska Driessen-Reding, designierte Synodalratspräsidentin der katholischen Kirche im Kanton Zürich.

Portraits mit Kohle gezeichnet, mit Lippenstift die Lippen bemalt. So sind die über hundert Portraits des Künstlers Daniel Eisenhut gemacht. Die Frauengesichter füllen die Ausstellung «Lipstick-Leaders» (englisch für Lippenstift-Führerinnen) aus, die in Zürich seit dem 1. Juni läuft.

Inspiriert wurde Eisenhut von den weiblichen Führungspersonen in der israelischen Armee, wie er auf der Website schreibt. «Der Lippenstift soll meine und die allgemeine zeitgenössische Haltung betreffend den Geschlechterrollen untersuchen und unterstreichen.»

Ungerechte Verteilung

Zwei der einhundert Frauen stammen aus dem katholischen, männerdominierten Milieu. Sowohl Simone Curau-Aepli wie auch Franziska Driessen fühlen sich geehrt, Teil der Ausstellung sein zu dürfen. Ginge es nach den beiden Frauen, würden Führungspositionen zwischen Frauen und Männern gerechter verteilt sein, als es bisher der Fall ist.

Papst Franziskus führt mit weiblicher Kultur.

Für die Frauenbundspräsidentin Curau-Aepli ist eine weibliche Führung nicht unbedingt vom Geschlecht abhängig. «Weiblich führen, heisst für mich nicht, dass Frauen führen», wie sie auf Anfrage erklärte. «Es heisst, dass eine weibliche Kultur dem Führen zugrunde liegt.» Eine solche Kultur sei zum Beispiel offen, kommunikativ, empathisch, auf Ausgleich bedacht, sanftmütig. Ein Mann, der eben mit solcher weiblicher Kultur führe, sei Papst Franziskus.

Kaum «Diversity Management»

Auch Driessen, künftige Synodalratspräsidentin der katholischen Kirche im Kanton Zürich, könne in ihrem Ressort, der Migrantenseelsorge, nicht von «Diversity Management» sprechen. Dort habe sie sich oft als «Exotin» gefühlt, wie sie gegenüber kath.ch zugab. Alle Verantwortlichen auf pastoraler Seite seien männliche Theologen. Und das, obwohl sie findet, dass gute Führung kein Genderthema sei.

«Ich gehe nicht ohne Lippenstift aus dem Haus.»

Beide Frauen haben neben ihrem katholischen Hintergrund sonst noch etwas gemeinsam: Sie tragen Lippenstift – und das immer, wenn sie das Haus verlassen. «Ich gehe nicht ohne Lippenstift aus dem Haus», so Curau-Aepli. Wie lange dieser schlussendlich auf den Lippen zu sehen ist, sei ein anders Thema. Denn sie sei nicht jemand, die sich oft im Spiegel anschaue.  (sys/ft)

Hinweis: Die Ausstellung ist zu sehen im Kraftwerk, Selnaustrasse 25, Zürich

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