Psychoanalytiker Jürg Acklin | © Palma Fiacco
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Psychoanalytiker Jürg Acklin | © Palma Fiacco

«Auch der Priester wird von seinem Trieb gepiesackt»

Zürich, 7.2.19 (kath.ch) «Ein (…) zölibatärer Priester ist (…) etwas Besonderes. Er tut so, als könnte er etwas, was wir anderen Männer nicht können, nämlich auf Sex verzichten. Das ist eine Illusion. Und ich staune, dass die Kirche sie so lange aufrechterhalten kann. Natürlich wird auch der Priester von seinem Trieb gepiesackt, und weil er ihn nicht leben kann, umso mehr. Aus der Abwehr heraus können sexuelle Fantasien obsessiv werden.»

Das sagt der Zürcher Psychoanalytiker Jürg Acklin im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (7. Februar). Für ihn ist die römisch-katholische Sexualmoral mit dem Zölibat der Hauptgrund für den Missbrauch durch Kleriker. Den Geschlechtstrieb sublimieren könne man nicht, ist er überzeugt. Ausser «vielleicht mit Kunst, wenn man 90 ist», bemerkt er im Interview. (rp)

«Zölibatär Lebende werden nicht eher übergriffig»

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