Schweiz

Angelina und die nackte Wahrheit

Netstal, 4.1.17 (kath.ch) Mir tut das Herz weh! Überall liegen sie rum. Hingeworfen wie Abfall, neben den Abfallsäcken: Die Tannenbäume. Unzählige davon! Ich dachte, die würden wieder eingepflanzt werden! Aber nein, die Menschen hier schmeissen die weg wie leblose Dinger! So Gefühllos und gemein!

Alles muss sterben hier auf der Erde. Und die, die gesund sind und leben dürfen, geniessen ihr Leben gar nicht. Immer jammern sie was von Depression und Unzufriedenheit und zu viel Arbeit. Wieso arbeiten sie so viel? Und wieso haben die eine unfassbare Krankheit wie Depression erfunden? Komische Menschen.

Und dann dieses Töten! Tiere töten sie nur zu gern. Und essen die dann noch! Und jetzt noch die unzähligen Tannenbäume! Au weia!
«Ohne grün kein O2!», brüllt da ein rennender Mann mit zwei Schildern um den Körper geschlungen. Darauf sind blutende Tannenbäume gedruckt! «Ohne grün kein O2!  Ohne O2 kein Leben!», brüllt er weiter.

Aber: Wieso ist dieser Mann nackt? Wieso sind die schreienden Menschen hier unten, die sich für die Welt einsetzen immer nackt und rennen umher? «Was ist euch das Leben wert?!», brüllt der Nackte weiter. «Viel!», ruf ich zurück und geb ihm recht. Er sieht mich nicht einmal. Er hat total recht. Trotzdem, zieh dir was an! Wieso muss er nackt sein, wenn er Wahrheiten verkündet? «Der spinnt doch», murmeln ein paar Passanten.

Die Müllabfuhr hält an und wirft die leblosen Tannenbäume achtlos in den dunklen Schlund des Lastwagens. Ich glaube sie weinen zu hören, die Bäume. Der nackte Mann ruft noch wilder: «Ihr Mörder!» Ich finde immer noch, dass er recht hat. Aber dieses Nacktsein verstehe ich immer noch nicht… Oder kommt daher die Redewendung: Die nackte Wahrheit verkünden? Vielleicht.

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