Schweiz

Angelina besucht ein Konzert und wähnt sich im Himmel

23.12.16 (kath.ch) Es war himmlisch, einfach nur himmlisch! Schon dieser Raum: Ein grosser Saal mit Sesseln aus rotem Samt, darüber viele Balkone, und überall funkelten Lichter wie Sterne am Himmel.

Hunderte von Menschen waren im Saal, und nochmals ganz viele vorne auf der Bühne. Sie hatten Instrumente dabei, Geigen, Celli und Posaunen. Und das Beste, hey Leute, ihr glaubt es nicht: Eine Harfe sah ich da auf der Bühne! Ich wähnte mich schon fast zu Hause, als ich dieses Engelsinstrument sah.

Dann liefen von links und rechts ganz viele Menschen ohne Instrumente auf die Bühne. Schwarz gekleidet, mit roten Mappen in der Hand. Eine Frau stellte sich mit dem Rücken zu uns am Rand der Bühne hin, hob ihre Hände, und dann ging es los:

Ganz fein spielten die Streicher, sie bewegten sich elegant, kreisten mit dem Oberkörper im Takt der Musik. Man hörte Glocken in allen Tönen, als ginge der Himmel auf. Die Bläser, Klarinetten, Flöten und Oboen rasten mit schnellen Fingern die Tonleiter rauf und runter, als tanzten sie auf der Himmelsleiter!

Die Frau vorne, sie war klein und zierlich, fuchtelte mit einem dünnen weissen Stab energisch in der Luft herum. Sie schien genau zu wissen, was sie wollte, und zeigte mit dem Stab immer wieder gen Himmel. Genau, dachte ich, dahin fliegen wir gleich alle miteinander.

Und dann die Stimmen! Oh mein Gott, waren das wirklich noch Menschen oder schon meinesgleichen? Erwachsene sangen da, aber auch viele Kinder, schon ganz kleine. Und sie sangen «Glooooria in excelsis Deo!» Endlich sprechen sie meine Sprache, dachte ich, und schloss einen Moment selig die Augen….

Nun war es doch noch Weihnachten geworden, gleich würden die Hirten kommen und wir würden zusammen nach Betlehem gehen, zu dem Kind in der Krippe…

Doch nichts dergleichen. Donnerndes Händeklatschen schreckte mich aus meinen Träumen auf. Welch ohrenbetäubender Lärm nach dieser himmlischen Musik! Die Frau mit dem Stab hatte nun einen Blumenstrauss in der Hand, den sie in die Luft hielt, und sie verbeugte sich zu den Menschen im Saal. Eigenartig, dachte ich, die im Saal haben doch gar nichts gemacht! Warum verbeugt sie sich vor ihnen?

Schon verliessen die Leute die Bühne, auch die Menschen rechts und links von mir standen auf und strebten dem Ausgang zu. Wie schade, dachte ich. Der Himmel stand doch eben noch ganz offen!

Es sieht ganz so aus, überlegte ich mir, als ertrügen die Menschen den Himmel auf Erden immer nur für ganz kurze Zeit…

Nächste Folge: Angelina feiert den Heiligabend

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