Schweiz

Angelina backt Guetzli

Zürich, 9.12.16 (kath.ch) Gestern war ich am Hauptbahnhof. Da war ein Marktstand, an dem runde und viereckige Holztafeln hingen. Sie waren mit wunderschönen Reliefs versehen: Glocken und Tannzapfen, Weintrauben und Rosenstöcke, ich sah sogar Maria und Josef mit dem Kind in der Krippe, und, das war nun wirklich der Gipfel: Da gab es Engel in allen Variationen! Mit Posaunen, mit Harfen, stehend oder sitzend – eine wahre Freude!

Ich war ganz hingerissen und fragte, was man denn mit diesen Reliefs machen würde. «Anisbrötli», antwortete die nette Verkäuferin, und als sie mein verdutztes Gesicht sah, fügte sie hinzu: «Das sind Guetzli.» Sie hielt mir ein weisses Stück Gebäck hin, auf dem der Posaune spielende Engel zu sehen war. Ich biss hinein – und war hin und weg! Welch himmlischer Geschmack! Süss, würzig, knusprig… Die Verkäuferin muss meine Verzückung gesehen haben, denn sie drückte mir gleich ein Rezept in die Hand.

Ich überlegte nicht lange: Das wollte ich probieren! Ich kaufte ihr das Model dem musizierenden Engel ab, denn der erinnerte mich sehr an meinen besten Freund im Himmel.

Nachdem ich in einem Supermarkt alle Zutaten erstanden hatte, machte ich mich ans Werk. Ich schlug die Eier zusammen mit dem Puderzucker ganze 10 Minuten lang, gab Anis und Mehl und sogar einen Esslöffel Kirsch dazu.

Schliesslich drückte ich das Wallholz auf den Teig und rollte es hin und her. Doch, ach du Sch…, das Holz blieb am Teig kleben! Wie sollte denn aus dieser klebrigen Masse mein schöner Posaunenengel werden? Ich rollte das Holz weiter, in der Hoffnung, es löse sich auf diesem Weg. Doch weit gefehlt – das verflixte Ding war jedes Mal voll Teig, wenn ich es hochhob. Was nun?

Ich klaubte den Teig mit den Fingern vom Holz. Doch igitt, jetzt hatte ich die ganzen Finger voll!? Du lieber Himmel. Ich wusste mir nicht anders zu helfen, als meine Finger abzuschlecken. Mmmh, das schmeckte aber verführerisch gut! Herrgott, fast noch besser als das gebackene Guetzli! Ich schleckte einen Finger nach dem anderen ab. Und – na ja, den Rest könnt ihr euch denken…

Den Posaunenengel habe ich nicht hingekriegt, aber diesen Anis-Teig, den werde ich garantiert in der Himmelsküche einführen!

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