Frau mit Burka | © Oliver Sittel
Schweiz
Frau mit Burka | © Oliver Sittel

Algerischer Unternehmer will auch in St.Gallen Burka-Bussen bezahlen

St. Gallen, 4.10.18 (kath.ch) Am Mittwoch ist der französisch-algerische Unternehmer Rachid Nekkaz zusammen mit einer Frau im Nikab vor dem Rathaus St. Gallen aufgetreten. Damit will der Aktivist wie schon im Tessin ein Zeichen gegen die Einschränkung der Religionsfreiheit setzen.

Am 23. September haben die St. Galler Stimmberechtigten einer Gesetzesänderung zugestimmt, welche künftig die Vollverschleierung verbietet. Dies betrifft auch Musliminnen, welche einen Nikab tragen, ein Kleidungsstück, das nur die Augen frei lässt.

Auch Bussen im Tessin bezahlt

Ein solches Gesetz sei eine Einschränkung der Religionsfreiheit, sagte der französisch-algerische Unternehmer bei seinem Auftritt. Er erklärte, er werde allfällige Bussen gegen verschleierte Frauen begleichen, wie das «St. Galler Tagblatt» (Ausgabe vom 4. Oktober) berichtete. Auf eine Anfrage für ein Treffen mit dem St. Galler Stadtrat und der Kantonsregierung habe er aber keine Antwort erhalten.

Nekkaz hatte bereits im Tessin angekündigt, solche Bussen zu bezahlen und auch bereits vier Strafen beglichen, wie die Zeitung weiter festhält. Im Kanton Tessin gilt das Burkaverbot seit Juni 2016.

Die Behörden «lächerlich machen»

Nach der Einführung des Burkaverbots in Frankreich im Jahr 2010 hatte Nekkaz einen Fonds in Millionenhöhe zur Verteidigung der Freiheit und religiösen Neutralität des Staates angelegt, wie die «Handelszeitung» im November 2015 berichtete. Seither habe er in ganz Europa bereits mehr als 1500 Bussen gegen verschleierte Frauen bezahlt.

Nekkaz, der sich laut «Handelszeitung» als Menschenrechtsaktivist und Gegner von Verschleierungen bezeichnet, betrachtet seine Initiative als Seitenhieb gegen den Staat: Indem er die Bussen der Frauen bezahle, wolle er Regierungen und Parlamente lächerlich machen, wird er zitiert. (ms)

Warum ein Algerier Bussen von verschleierten Frauen bezahlt

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