Naturlandschaft | © picxelio.de Andreas Hermsdorf
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Naturlandschaft | © picxelio.de Andreas Hermsdorf

Gemischte Bilanz nach Abschluss der Klimakonferenz in Bonn

Bonn/Bern, 18.11.17 (kath.ch) Am frühen Samstagmorgen ist in Bonn der Weltklimagipfel zu Ende gegangen. Kurz vor Abschluss der Verhandlungen einigten sich die Delegierten darauf, den sogenannten Anpassungsfonds unter das Dach des Pariser Klima-Abkommens zu nehmen.

Mit dem Geld aus dem Fonds sollen die Folgen des Klimawandels in armen Ländern abgemildert werden. Da er im 2020 auslaufenden Kyoto-Protokoll verankert ist, war seine Zukunft zunächst ungewiss; nun gilt er weiter. Wegen Unstimmigkeiten über den Anpassungsfonds hatte sich der Konferenzabschluss verzögert.

Ein wesentliches Ergebnis der zweiwöchigen Verhandlungen ist die Einführung des sogenannten Talanoa-Dialogs – auf den Fidschi-Inseln ein Begriff für den Austausch mit allen Beteiligten. Das Instrument soll den Staaten eine Bestandsaufnahme zur Wirkung bisheriger Klimaschutzmassnahmen ermöglichen und zu ehrgeizigerem Handeln motivieren, um die globale Klimaschutzlücke zu schliessen. Fortschritte gab es auch beim sogenannten Regelbuch, also den Ausführungsbestimmungen für das Pariser Abkommen. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie die Staaten ihre Treibhausgasemissionen messen und darüber berichten.

Lob und Kritik

Die deutsche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zog eine positive Bilanz zur Klimakonferenz. «Wir haben in Bonn grosse Fortschritte gemacht, und zwar beim Verhandeln und beim Handeln. Damit hat die Konferenz die Erwartungen voll erfüllt», sagte sie am Samstagmorgen.

Bundesrätin Doris Leuthard hatte an der Uno-Klimakonferenz in Bonn vor allem Regeln zur Messung von Emissionen gefordert. Gleichzeitig lobte sie die Schweiz als Vorbild für andere Länder.

Das katholische Netzwerk «Cidse», zu dem auch «Fastenopfer» gehört, sieht an der Klimakonferenz einige positive Entwicklungen, bekräftigt aber, dass dringende Schritte notwendig sind, um die Klimakrise zu bewältigen. Die reichen Länder müssten ihren gerechten Anteil an der öffentlichen Klimafinanzierung abliefern, um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dies sei das Mindeste, was sie für die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Menschen tun könnten, hiess es in einer Mitteilung vom Freitag.

An der Konferenz hatten 25’000 Delegierte aus 197 Nationen unter der Präsidentschaft der Republik Fidschi teilgenommen. Das nächste Treffen findet im Herbst 2018 im polnischen Kattowitz statt. (kna/sys/ aktualisiert 19.11.)


«Emissionen im Ausland zu reduzieren, ist Augenwischerei»

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