Viel arbeiten und bescheiden sein

Medienmitteilung

Der zwinglianische Arbeitsethos prägt uns bis heute – darum ging es am «Zwingli-Gsprööch» vom letzten Donnerstag.

Kein Wunder, dass der Arbeiter-Zwingli in Zürich Nord, auf dem Max-Bill-Platz, steht: In einem anfangs des 20. Jahrhunderts stark industrialisierten Arbeiterquartier, wie Moderator Ralph Müller einleitend erklärte. Zwingli habe die Handarbeit – die vom Adel und dem klösterlichen Leben im Mittelalter geringgeschätzt worden sei – aufgewertet und als christliche Berufung etabliert.

Vom zwinglianischen Arbeitsethos geprägt zeigten sich anschliessend alle drei Podiumsteilnehmenden. Hanspeter Schneebeli, pensionierter Metallbauunternehmer und ehemaliger FDP-Kantonsrat, hat zeitlebens viel gearbeitet und wollte dabei bescheiden bleiben. Dass auch ein Studium Arbeit bedeutet, musste der Jurist und ehemalige Zürcher Chefbeamte Ernst Danner in seiner Familie erst beweisen.

Für die Frage, was Zwingli wohl heute zur Arbeitssituation in unserer Gesellschaft sagen würde, blieben gerade mal 20 Minuten übrig. Die grossen Herausforderungen der Zukunft sind laut Esther Straub, Kirchenrätin und SP-Kantonsrätin, die gerechte Verteilung aller Arbeit – der Lohnarbeit wie der Familien- und sozialen Arbeit. Ob Zwingli nicht auch für das bedingungslose Grundeinkommen wäre, wurde aus dem diskutierfreudigen Publikum gefragt. Aber sicher, meinte Esther Straub: mit dem Mushafen habe er das damals bereits umgesetzt.

Beatrix Ledergerber, forum

Katholische Kirche im Kanton Zürich
20. November 2019 | 07:18