SWS Sozialwerke Pfarrer Sieber, 16.04.2018, 11:35

Übernachtungsrekord im Pfuusbus

Medienmitteilung

Heute ging die Pfuusbus-Saison 2017/18 zu Ende. In den letzten fünf Monaten verzeichnete die Notschlafstelle der Sozialwerke Pfarrer Sieber 5’517 Übernachtungen von 294 verschiedenen obdachlosen Menschen. Das sind so viele wie noch nie und 1’414 oder 34% mehr als im Vorjahr – und dies trotz verhältnismässig mildem Winter. Wichtige Ursachen der markanten Zunahme dürften u.a. die neue Wegweisungspraxis im Flughafen und die Schliessung der sog. Gammelhäuser im Kreis 4 sein.

Der Pfuusbus ist nach wie vor die wichtigste Überlebenshilfe für Obdachlose während der Wintermonate in Zürich und Umgebung. Dies verdeutlichen die 5’517 Übernachtungen (Vorjahr: 4’103) von 294 (262) Obdachlosen in der abgelaufenen Saison (15. Nov. 2017 bis 15. April 2018).

Wegfallen von Ausweichorten

Ursachen für die deutlich gestiegenen Übernachtungszahlen sind laut einer Erhebung unter den Nutzern von Pfuusbus und Iglu vor allem die neue Wegweisungspraxis im Flughafen Zürich und die Schliessung von drei sogenannten Gammelhäusern an der Neufrankengasse bzw. der Magnusstrasse im Früh-jahr 2017. Damit fielen von Obdachlosen in der Vergangenheit häufig genutzte alternative Aufenthaltsorte weg. Entsprechend länger nutzten die Gäste unsere Angebote. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg von 15 auf 19 Nächte.

Gegen die Vereinsamung

Die Bedeutung des Pfuusbus als wichtige Noteinrichtung für Obdachlose liegt nicht allein in seiner kos-tenlosen und niederschwelligen Zugänglichkeit, sondern vor allem in seiner gemeinschaftsbildenden Funktion. Obdachlose sind Einzelgänger und leben von der Gesellschaft isoliert. Einsamkeit ist daher eines der Wesensmerkmale ihres Daseins und für sie existenzbedrohend.1 Umso mehr schätzen sie daher die Gemeinschaft mit Betreuern und anderen Obdachlosen, die im Pfuusbus gelebt wird. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass die Atmosphäre im Bus so konfliktfrei ist wie in der jüngsten Saison, beobachten wir in den vergangenen Jahren bei Obdachlosen doch eine markante Zunahme psychischer Erkrankungen. Umso höher ist die Leistung unserer Betreuerinnen und Betreuer einzustufen.

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