Sozialwerke Pfarrer Sieber, 16.04.2019, 13:35

Pfuusbus trotz mildem Winter gut belegt

Medienmitteilung

Heute geht die Pfuusbus-Saison 2018/19 zu Ende. In den letzten fünf Monaten zählten wir in unserer Notschlafstelle beim Albisgüetli trotz mildem Winter 4’801 (Vorjahr 5’517) Übernachtungen von 230 verschiedenen obdachlosen Menschen. Das ist die zweithöchste Belegung seit der Gründung des Pfuusbus im Jahr 2002. Nach der rekordhohen Belegung im Vorjahr brachten einige Massnahmen etwas Entlastung.

Nachdem uns die hohen Belegungszahlen im Vorjahr kapazitäts- und ressourcenmässig an die Grenzen gebracht hatten, waren Massnahmen nötig, um den Betrieb des Pfuusbusses zu entlasten. Sie scheinen Wirkung zu zeigen. So konnten wir Stadtzürcher Obdachlose vermehrt an die städtische Notschlafstelle und Langzeitnutzer in feste Wohnangebote vermitteln.

Ein Ort gegen die Vereinsamung Die Bedeutung des Pfuusbus als wichtige Noteinrichtung für Obdachlose liegt nicht allein in seiner niederschwelligen Zugänglichkeit, sondern vor allem in seiner gemeinschaftsbildenden Funktion. Obdachlose sind Einzelgänger und leben von der Gesellschaft isoliert. Vereinsamung ist daher eines der Wesensmerkmale ihres Daseins und für sie existenzbedrohend.1 Umso mehr schätzen sie daher diese Art von Familie, welche Betreuer und andere Obdachlosen im Pfuusbus ganz im Sinne von Pfarrer Sieber bilden. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass die Atmosphäre im Bus so konfliktfrei ist wie in der jüngsten Saison, beobachten wir in den vergangenen Jahren bei Obdachlosen doch eine markante Zunahme psychischer Erkrankungen. Umso höher ist die Leistung unserer Betreuerinnen und Betreuer einzustufen.

Sonntags den ganzen Tag geöffnet Als gemeinschaftsfördernd erweisen sich besonders die Spiel- und Gestaltungssonntage. Das Angebot ermöglicht es, dass die vereinsamten Menschen ihre Sorgen und Ängste für einige Stunden vergessen und Gemeinschaft erleben können. Anders als die Nächte erlauben die Spiel- und Gestaltungssonntage aber auch längere vertiefte Gespräche mit Betreuenden. So ermöglichen besonders das Gestalten mit Ton und das Malen wichtige Zugänge zu Menschen, mit denen sonst kaum tiefergehende Gesprächen geführt werden können.

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